Wohnungspolitik der Landesregierung versagt

Zu den steigenden Angebotsmieten und der immer größer werdenden Kluft zwischen
Ballungsgebieten und ländlichem Raum sagt der FDP-Bundestagsabgeordnete Hagen Reinhold:

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Zu den steigenden Angebotsmieten und der immer größer werdenden Kluft zwischen

Ballungsgebieten und ländlichem Raum sagt der FDP-Bundestagsabgeordnete Hagen Reinhold:


 

In einer kleinen Anfrage wollte der Abgeordnete Hagen Reinhold, Bauen und

Mietenexperte der FDP-Bundestagsfraktion, von der Bundesregierung

wissen, wie sich die Miet- und Bodenpreise seit 2015 in Mecklenburg-

Vorpommern entwickelt haben.

Während die Entwicklung der Nettokaltmieten in M-V mit einer Steigerung

von 4,7% seit 2015 unterhalb des bundesdeutschen Durchschnitts (5,6%)

liegt, sind hingegen die Angebotsmieten in M-V seit 2015 um insgesamt

11,3% gestiegen. Damit übertrifft die Steigerungen der Angebotsmieten

das deutschlandweite Wachstum des Nominallohns (10,9%) im gleichen

Zeitraum. Besonders stark war der Anstieg der Angebotsmieten in Rostock

und Schwerin.

Der Bundestagsabgeordnete Hagen Reinhold sieht hierdurch das Scheitern

der Landesregierung in der Wohn- und Baupolitik belegt: „Diese

Entwicklung der Mieten weist auf zwei grundlegende Probleme hin: Durch

die Vernachlässigung der ländlichen Infrastruktur werden die Städte relativ

gesehen attraktiver. Diese Landflucht führt zu einem Nachfrageüberhang

in der Stadt. Gleichzeitig fehlt es in den Städten an einem konsequenten

Wohnungsaus- und -neubau“. Für den Abgeordneten ist das ein klares

Zeichen, dass die Landesregierung in der Wohnungspolitik versagt.

 

„Wir nähern uns Zuständen wie in Berlin oder München. Dort findet faktisch

kaum Wohnungswechsel statt, weil die Angebotsmieten unerschwinglich

sind. Das Ergebnis ist: Familien bleiben in zu kleinen Wohnungen und ältere

Paare, deren Kinder bereits ausgezogen sind, behalten ihre großen

Wohnungen.“ Mit einer Steigerung von 22,8% bei den Angebotsmieten

liegt Rostock in M-V an der Spitze und nähert sich damit einer Situation wie

in München an (Anstieg 25,5% seit 2015). Schwerin liegt mit einem

Zuwachs von 16,4% auf dem unrühmlichen zweiten Platz. „Gerade in

Rostock ist diese Entwicklung doch eigenartig. Kommunale

Wohnungsunternehmen wie die Wiro teilen sich hier 60% des

Wohnungsmarktes untereinander auf. Dann ist für mich unverständlich,

warum Angebots- und Nettokaltmieten so rasant steigen“, bemerkt der

Abgeordnete kritisch.



Eine ähnliche Entwicklung wie bei den Mieten zeigt sich auch bei den

Kaufpreisen für Bauland. Zwar weist die Antwort der Bundesregierung

sinkende Preise für Bauland aus, diese geben aber nur einen

Durchschnittswert für ganz M-V an. Baureifes Land ist in Mecklenburg-

Vorpommern seit 2015 um fast 12% günstiger geworden. „Eigentlich ein

gutes Zeichen. Allerdings setzen sich die Preise genauso aus den Zingster

wie aus den Silzer Daten zusammen. Wenn wir seit Jahren steigende Preise

für Bauland in den Ballungszentren haben, gleichzeitig aber sinkende Preise

in ganz M-V, kann ich mir ausmalen, was das für das restliche Land

bedeutet“, so Reinhold.



Erschwerend kommt die erneut angestiegene Grunderwerbsteuer im Jahr

2019 hinzu. „Damit hat die Landesregierung bewusst noch eins drauf

gesetzt. Durch diese Steuererhöhung erschwert es Schwerin nicht nur

jungen Familien, sich den Wunsch nach einem Eigenheim zu erfüllen.

Zusammen mit den steigenden Bodenpreisen in Ballungszentren, schlagen

sich die Steuern mittelbar auch auf die Angebotsmieten nieder. Das macht

Wohnen für alle teurer, ohne das der ländliche Raum gleichzeitig

attraktiver wird.“, mahnt der FDP Abgeordnete.



Für Reinhold ist die Landesregierung an Ihren eigenen Ansprüchen

gescheitert, das sehe man auch an den fertiggestellten Sozialwohnungen:

„Da sieht man, wie zielgenau Objektförderung am Ende ist. Der Bund gibt

seit Jahren Milliarden an Steuergeld zur sozialen Wohnraumförderung an

die Länder und in M-V entstehen in fünf Jahren nur ein paar hundert

Sozialwohnungen. Viel besser wäre es, jetzt verstärkt auf die

„Subjektförderung“ zu setzen. Das bedeutet zum Beispiel mit einem

veränderten Wohngeld die Leute zu unterstützen, die sich die Miete vor

Ort sonst nicht leisten können.“ meint der Abgeordnete.