Wenn jede zweite Gemeinde „schlecht versorgt” ist, hat die Politik versagt
Mecklenburg-Vorpommern braucht keine weiteren Studien, die bestätigen, was alle wissen. Es braucht eine Landesregierung, die endlich die Rahmenbedingungen für eine funktionierende Versorgung im ländlichen Raum schafft und aufhört, das Problem zu verwalten. Dazu gehören für die FDP konkret steuerliche Anreize für Arztpraxen und Pflegeunternehmen, die sich außerhalb der Ballungszentren niederlassen oder dort investieren.
Jessica Mendle (43), Unternehmerin in der Pflegebranche im Raum Greifswald und Kandidatin der FDP auf Platz zwei der Landesliste zur Landtagswahl am 20. September, kennt diese Realität aus eigener Anschauung: „Was diese Studie in Zahlen fasst, erlebe ich täglich in meiner Arbeit. Der Mangel an niedergelassenen Ärzten im ländlichen Raum landet direkt in der Pflege, weil Menschen ohne wohnortnahe Grundversorgung zu spät behandelt werden und schneller in die Pflegebedürftigkeit rutschen. Das ist vermeidbar, wenn man endlich die richtigen Rahmenbedingungen schafft.”
Anlass ist der gestern veröffentlichte IW-Gemeindecheck Daseinsvorsorge des Instituts der deutschen Wirtschaft, der belegt, dass Mecklenburg-Vorpommern zu den am schlechtesten versorgten Bundesländern gehört und mehr als jede zweite Gemeinde im Land als unterversorgt gilt. „Das ist kein Naturgesetz, sondern das Ergebnis jahrelanger Versäumnisse.“