Täglich geschuftet, bis gestern 23:21 Uhr leer ausgegangen.
Ab heute Nacht geht den Bürgerinnen und Bürgern nach Berechnung des Deutschen Steuerzahlerinstituts zum ersten Mal in diesem Jahr überhaupt das Gehalt in die eigene Tasche.
Bis zu diesem Zeitpunkt ging jeder verdiente Cent an den Staat. Die Einkommensbelastungsquote eines durchschnittlichen Arbeitnehmerhaushalts liegt 2026 bei 53,1 Prozent, 0,2 Punkte mehr als im Vorjahr.
„23:21 Uhr ist eine schöne Zahl für die Statistik und eine schlechte für alle, die von ihrem Gehalt leben sollen”, sagt FDP-Spitzenkandidat Jakob Schirmer. „Besonders bitter ist das für die vielen Handwerker, Landwirte und Selbstständigen bei uns in Mecklenburg-Vorpommern: Wer sein Leben lang auf eigene Rechnung gearbeitet hat, für den hat sich der Bund bei der Aktivrente kurzerhand eine Ausnahme einfallen lassen: keine. Selbstständigkeit wird offenbar so lange gefeiert, bis es ans Geld geht.”
Verantwortlich für den Anstieg sind unter anderem ein um 0,4 Punkte gestiegener Zusatzbeitrag in der gesetzlichen Krankenversicherung, eine um rund 9 Prozent teurere CO2-Abgabe und eine fast verdoppelte KWKG-Umlage. Weil Löhne nominal steigen, die Steuertabelle aber nicht Schritt hält, wächst die Belastung zusätzlich durch die kalte Progression. „Die FDP Mecklenburg-Vorpommern wird sich auf Bundesebene weiter dafür starkmachen, dass Selbstständige bei der Aktivrente nicht länger außen vor bleiben. Wer wirklich etwas gegen die Belastung tun will, muss außerdem die Abgabenlast insgesamt senken”, so Schirmer.