Stolpersteine sind gelebte Erinnerungskultur
Anlässlich der Diskussion über digitale Erinnerungsformate erklärt der Sprecher der Gruppe der FDP im Landtag, René Domke:
„Stolpersteine sind das größte dezentrale Mahnmal der Welt. In Mecklenburg-Vorpommern erinnern rund 700 dieser kleinen Messingtafeln an Menschen, die während der NS-Zeit verfolgt, deportiert und ermordet wurden. Sie liegen vor den letzten frei gewählten Wohnorten der Opfer - in Wismar, Schwerin, Stralsund, Waren und vielen weiteren Orten im Land.“
„Die Stolpersteine verwandeln abstrakte Opferzahlen in konkrete Schicksale. Jeder Stein erzählt die Geschichte eines Menschen, dem die Nationalsozialisten das Leben, die Freiheit, die Individualität rauben wollten. Wer auf einen Stolperstein blickt, verneigt sich gleichzeitig vor dem Opfer in historischer Verantwortung.“
„Mein Dank gilt den vielen ehrenamtlichen Initiativen, die seit Jahren Biografien recherchieren, Stolpersteine pflegen und Gedenkarbeit leisten. Sie sorgen dafür, dass die Erinnerung nicht verblasst. Dass heute auch digitale Möglichkeiten genutzt werden, um jüngere Generationen zu erreichen, ist ein wichtiger Schritt. Erinnerungskultur muss mit der Zeit gehen, ohne ihre Substanz zu verlieren.“
„Die FDP fordert: Mehr Unterstützung für Stolperstein-Initiativen, mehr Förderung von Gedenkstättenarbeit, mehr Einbindung in Schulbildung. Erinnern ist kein Ritual - Erinnern ist Auftrag.“