Spitzensteuersatz bei 69.000€ - Fachkräfte werden wie Millionäre besteuert
Drei Wochen nach Einbringung des FDP-Antrags „Mehr Netto vom Brutto“ konkretisiert der Sprecher der Gruppe der FDP im Landtag, René Domke, die Forderung nach Anhebung des Spitzensteuersatzes:
„Der Spitzensteuersatz von 42 Prozent greift bei einem Jahreseinkommen von 69.879 Euro. Hinzu kommt dann noch der Solidaritätszuschlag. Schaut man sich an, wer diese Einkommensgrenze erreicht, wird deutlich, dass das keine Reichen sind. Ein Ingenieur mit ein paar Jahren Berufserfahrung. Ein Elektromeister mit Führungsverantwortung. Ein Lehrer am Gymnasium oder an der Berufsschule. Ein IT-Spezialist. Sie alle werden steuerlich behandelt wie Spitzenverdiener. Das ist absurd. Vor allem, wenn das Mediangehalt in Deutschland bei ca. 56.000 liegt.“
„Der sogenannte ‚Mittelstandsbauch‘ sorgt dafür, dass gerade mittlere Einkommen überdurchschnittlich belastet werden. Wer mehr leistet, mehr arbeitet, sich qualifiziert - der wird bestraft. Und dann kommt die kalte Progression hinzu: Die Leute bekommen vielleicht 3 Prozent mehr Gehalt, rutschen aber automatisch in höhere Steuersätze. Real bleibt weniger übrig. Der Staat kassiert still und leise, ohne dass der Bundestag je eine Steuererhöhung beschlossen hätte.“
„In Zeiten des Fachkräftemangels können wir uns das nicht leisten. Warum sollen gut ausgebildete Menschen in Mecklenburg-Vorpommern bleiben, wenn Leistung sich nicht lohnt? Warum sollen sie Überstunden machen, wenn am Ende kaum etwas übrig bleibt?“
„Die FDP fordert: Eine Anhebung der Einkommensgrenze für den Spitzensteuersatz. Der Spitzensteuersatz muss wieder für Spitzenverdiener gelten - nicht für Normalverdiener. Eine Senkung des Einkommensteuertarifs, die den Mittelstandsbauch abflacht und gezielt kleine sowie mittlere Einkommen entlastet. Und eine automatische Anpassung steuerlicher Freibeträge an die Inflationsrate - dauerhaft gesetzlich verankert, nicht nach Gutdünken der jeweiligen Regierung.“
„Wer morgens aufsteht, zur Arbeit geht und Leistung bringt, der hat einen Anspruch darauf, dass sich diese Leistung auch lohnt. Mehr Netto vom Brutto - das ist keine Floskel. Das ist ein Versprechen an die Menschen in unserem Land.“