SPD fordert Social-Media-Verbote – und bleibt die Antwort schuldig

Die Forderung der SPD nach einem generellen Social-Media-Verbot für unter 14-Jährige kritisiert der FDP-Landtagsabgeordnete David Wulff deutlich. „Was hier als entschlossener Jugendschutz verkauft wird, ist in Wahrheit Symbolpolitik. Ein pauschales Verbot mag gut klingen – es löst aber kein einziges strukturelles Problem.“

Wulff warnt davor, komplexe gesellschaftliche Herausforderungen mit einfachen Verboten beantworten zu wollen. Jugendliche bewegen sich längst selbstverständlich in digitalen Räumen. Wer ernsthaft glaubt, man könne sie durch Altersgrenzen aus sozialen Netzwerken heraushalten, ignoriere die Lebensrealität junger Menschen. „Verbote schaffen keine Medienkompetenz. Sie verschieben Verantwortung und gaukeln Sicherheit vor, die es so nicht gibt.“

Zugleich kritisiert Wulff die politische Inszenierung der Debatte. Mecklenburg-Vorpommern hat weder die rechtliche Zuständigkeit noch die faktische Möglichkeit, globale Plattformen eigenständig zu regulieren. „Hier werden Erwartungen geweckt, die das Land gar nicht erfüllen kann. Das ist politisch bequem, aber inhaltlich unredlich.“

Für die FDP ist klar: Wirksamer Jugendschutz beginnt mit Bildung, Aufklärung und klarer Verantwortungsübernahme – nicht mit Schlagzeilen. Das Land muss Medienbildung verbindlich stärken, Schulen besser ausstatten und Eltern konkret unterstützen. Wer Kinder wirklich schützen will, muss sie befähigen, Risiken zu erkennen und selbstbestimmt zu handeln.

„Freiheit und Schutz sind kein Widerspruch. Wer Jugendlichen pauschal den Zugang verbieten will, traut ihnen nichts zu. Wir setzen auf Eigenverantwortung, Kompetenz und klare Zuständigkeiten – nicht auf politische Showeffekte“, so Wulff.