Rufbus kostet Millionen - und lässt jeden dritten Fahrgast stehen
Zum Antrag der FDP für mehr Wettbewerb im landesweiten Rufbussystem erklärt David Wulff, Sprecher der Gruppe der FDP im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern:
„Das Rufbussystem verschlingt immer mehr Steuergeld, ohne die versprochene Leistung zu bringen. In den letzten Jahren sind die Kosten für das System massiv gestiegen, gleichzeitig wird jede fünfte bis dritte Fahrtanfrage schlicht abgelehnt. In Vorpommern-Rügen war es im Dezember sogar jede zweite. Das ist kein Mobilitätsangebot, das ist eine Bankrotterklärung der Daseinsvorsorge“, sagt Wulff.
Besonders kritisiert Wulff das Fehlen jeglicher Steuerung durch die Landesregierung: „Die Landesregierung gibt Millionen an Fördergeldern aus, hat aber keine Zielwerte für Ablehnungsquoten, keine Zielwerte für Leerkilometer und keinen Qualitätsbericht. Das ist Kontrollverlust.“
Die FDP fordert eine Öffnung des Systems für private Anbieter, Taxiunternehmen und Bürgerbusvereine. „Daseinsvorsorge bedeutet nicht staatliches Monopol. In anderen Bundesländern zeigen lokale Taxiunternehmen längst, dass es geht: privat organisiert, Deutschlandticket anerkannt, Mo bis So von halb sechs bis halb eins. Die Landesregierung hat dieses Modell nie auch nur ernsthaft analysiert - das sagt alles.“
Der Antrag fordert unter anderem verbindliche Qualitätsberichte ab 2027, eine Öffnung der Plattform „MV fährt gut“ für Drittanbieter sowie eine Novellierung der Förderrichtlinie.
„Wer den Rufbus für Pendlerinnen, ältere Menschen und Bewohner ländlicher Räume zur echten Alternative machen will, braucht mehr Wettbewerb, mehr Transparenz und klare Ziele. Daran lässt sich der Anspruch von ‚MV fährt gut‘ messen, und daran scheitert er bisher“, so Wulff.