Rentenreform ist kein Gewinnerthema – aber Schwesig macht es sich zu einfach

„Schwesig macht es sich zu einfach, wenn sie Reformen ablehnt ohne einen konkreten eigenen Vorschlag. Klar, eine Erhöhung des Renteneintrittsalters ist nicht populär, aber dass das Rentensystem dringend reformbedürftig ist, sollte auch ihr nicht verborgen geblieben sein. Angesichts des zunehmend späteren Eintritts in das Erwerbsleben und

Schwesig macht es sich zu einfach. Klar, eine Erhöhung des Renteneintrittsalters ist nicht populär, aber dass das Rentensystem dringend reformbedürftig ist, sollte auch ihr nicht verborgen geblieben sein. Angesichts des zunehmend späteren Eintritts in das Erwerbsleben und des gemessen an der Lebenserwartung frühen Ausstiegs aus dem Erwerbsleben muss man kein mathematisches Genie sein, um zu begreifen, dass das auf Dauer nicht funktioniert. Dass inzwischen gut 127,8 Mrd. Euro Steuern in die Rentenversicherung fließen und damit ein Drittel aller veranschlagten Steuereinnahmen muss auch eine Ministerpräsidentin umtreiben. Oder ist ihr die jüngere und nachfolgende Generation egal, weil diese weniger Stimmgewicht bei der Landtagswahl mitbringt.“

“Dass diese Steuergelder an anderer Stelle wieder fehlen, mag linke Politiker nicht kümmern, da sie im Zweifel dann einfach die Steuern erhöhen. Wenn das Geld nicht reicht, zahlt es eben ein anderer. Und damit entfernt sich das Rentensystem immer mehr von einem beitragsgedeckten Solidarsystem, das es schon lange nicht mehr ist. Noch höhere Steuern belasten vor allem nochmal die ohnehin schon gebeutelten Beitragszahler, die noch im Erwerbsleben stecken und vor allem diejenigen die noch nachfolgen und deren Rentenansprüche sehenden Auges schmelzen wie Eis in der Sonne.“

„Ein schlichtes Nein, obwohl die Reformvorschläge der Kommission noch gar nicht auf dem Tisch liegen, mag wahlkampftaktisch einfach sein, hat aber die schwerwiegende Folge, dass selbst Ministerpräsidenten der Mut fehlen wird, den Menschen einfach mal zu erklären, dass es so nicht weitergeht. Die FDP setzt auf eine starke kapitalgedeckte Säule zur Mehrung der Erträge aus den angelegten Rentenbeiträgen. Was in anderen Staaten funktioniert, wird von links-grün geradezu verteufelt. Die FDP spricht sich auch für eine Flexibilisierung des Renteneintrittsalters aus, denn die Erwerbsbiografien und die physische oder psychische Belastung im Beruf sind so individuell, wie auch eine Rente darauf reagieren müsste. Es fehlte der FDP in der Frage immer an Partnern mit Mut. Ehrlichkeit ist gefragt, denn es wird nicht bleiben können wie es ist. Das weiß auch Schwesig und die SPD.“