Rechtsanspruch auf Hortplatz braucht Vielfalt, klare Finanzierung und Partnerschaften

Ein verlässlicher Zugang zu Hortplätzen ist eine Grundvoraussetzung für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Doch ein Rechtsanspruch allein schafft noch keine Betreuung – entscheidend ist, ob das Land die Umsetzung auch tatsächlich gewährleisten kann. Die Landesregierung kündigt einen Rechtsanspruch auf einen Hortplatz und die Schaffung von 2.000 neuen Plätzen an. Doch der aktuelle Haushaltsentwurf sieht keine ausreichenden Mittel für Investitionen in Gebäude, Ausstattung und zusätzliches Personal vor. Nach Angaben des Städte- und Gemeindetages fehlen bereits heute hunderte Fachkräfte, und viele Kommunen melden, dass sie die neuen Plätze ohne zusätzliche Unterstützung nicht bereitstellen können. Die Verantwortung für die Umsetzung bleibt damit weitgehend bei den Kommunen, ohne dass das Land verbindliche Zusagen für die Finanzierung oder Personalgewinnung macht. Das ist Symbolpolitik auf dem Rücken der Familien und Kommunen. „Ein politisches Versprechen ist wertlos, wenn es an der Realität scheitert. Die Landesregierung liefert Überschriften, aber keine Lösungen für fehlende Strukturen und den Mangel an qualifiziertem Personal. Familien brauchen echte Wahlfreiheit und Verlässlichkeit – keine Wartelisten und Zuständigkeitsnebel“, sagt David Wulff, FDP-Abgeordneter im Landtag Mecklenburg-Vorpommern. Wulff fordert, die Schaffung neuer Hortplätze nicht allein auf kommunale Einrichtungen zu beschränken, sondern gezielt private Träger und Betriebskindergärten zu fördern. Die finanzielle Entlastung der Kommunen kann konkret durch Zuschüsse für Kooperationen mit privaten Anbietern, die Übernahme von Investitionskosten für neue Betreuungsmodelle und eine vereinfachte Förderung von Betriebskindergärten erfolgen. Ein Pilotprojekt zur Zusammenarbeit zwischen Kommunen, Wirtschaft und freien Trägern kann zeigen, wie innovative Betreuungsmodelle in der Praxis funktionieren und schnell zusätzliche Plätze schaffen. Gleichzeitig müssen klare Qualitätsstandards und transparente Kontrollen sichergestellt werden, damit Vielfalt nicht zu Lasten der Betreuung geht. Eine Qualifizierungsoffensive für Erzieherinnen und Erzieher ist ebenso notwendig, um die Betreuungslücken nachhaltig zu schließen. „Wer den Rechtsanspruch ernst meint, muss Vielfalt ermöglichen, Bürokratie abbauen, Qualität sichern und die Kommunen konkret entlasten – alles andere bleibt Symbolpolitik auf Kosten der Familien“, so Wulff abschließend.