Merz in Linstow: Viel Applaus, wenig Substanz
Bundeskanzler Friedrich Merz hat beim CDU-Landesparteitag in Linstow einmal mehr bewiesen, dass er die Kunst der inhaltsleeren Rede zur Perfektion getrieben hat. Die FDP Mecklenburg-Vorpommern fordert: Der nächste Koalitionsausschuss ist keine PR-Veranstaltung, das Treffen mit den Sozialpartnern kein Kaffeekränzchen. Die Menschen brauchen keine Ankündigungen von Ankündigungen, sondern belastbare Beschlüsse zu Rente, Arbeitsmarkt und Wirtschaftspolitik.
„Merz ist und bleibt der Kanzler des Wortbruchs und der Ankündigungen, in einer Zeit, in der es einen glaubwürdigen Macher braucht”, sagt Prof. Dr. Jakob Schirmer, Spitzenkandidat der FDP Mecklenburg-Vorpommern zur Landtagswahl am 20. September 2026.
Ärmel aufkrempeln, nach vorn gehen, die Koalition hat Kraft und Entschlossenheit, die Rente ist sicher, Migration ist eigentlich gut, und überhaupt: Wir schaffen das. Man reibt sich die Augen. Merz hat Merkel geklont, ohne es zu merken, und das auf einem Parteitag, auf dem er eigentlich zeigen wollte, dass er anders ist.
Besonders bemerkenswert: Der Kanzler hat die Erwartungen an seine eigene Regierungsarbeit so weit heruntergedimmt, dass man sich fragt, wozu die Bundesregierung noch im Amt ist. Keinen „Big Bang”, keine großen Reformen, keine Entscheidungen, sondern bitte erst mal nur „Arbeit machen”. Das ist die ambitionierte Agenda eines Mannes, der vor wenigen Monaten mit dem Versprechen angetreten ist, Deutschland grundlegend zu erneuern.
„MV kann sich das schlicht nicht leisten. Dieses Land schrumpft, die Infrastruktur leidet, die Wirtschaft stagniert. Wer jetzt nur verwaltet, hat die Zeichen der Zeit nicht verstanden,“ so Schirmer.