Lebensleistung der Ostdeutschen endlich anerkennen

Zur Aussage aus dem Vermögensbarometer der Ostdeutschen Sparkassenverbands, dass sich 31 Prozent der Ostdeutschen vor Altersarmut sorgen äußert sich der Sprecher der Gruppe der FDP, René Domke, MdL:

„Wenn das Vermögensbarometer der Sparkassen zeigt, dass sich 31 Prozent der Ostdeutschen vor Armut im Alter sorgen, dann ist das ein Alarmsignal. Diese Menschen sind verunsichert. Ursache dafür ist, dass die betroffene Generation Umbrüche und schwere Einschnitte in den Erwerbsbiografien erlebt hat. Das hat sich auf Beitragshöhe und Beitragszeiträume für die Rente ausgewirkt und zum anderen stand gerade in den 1990er Jahren vielen Menschen nicht hinreichend Geld zur Verfügung, um eine echte kapitalgedeckte private Vorsorge aufzubauen.“

„Hinzu kommt auch, dass es an Erfahrung und Kenntnissen über Vermögensbildung und Kapitalanlagen fehlte und in vielen Familien bis heute fehlt. Das zeigt sich daran, dass noch heute 65 Prozent der Ostdeutschen noch nie Wertpapiere besaßen. Dem muss mit besserer, oder überhaupt erstmal einer Finanzbildung begegnet werden. Die Bildungspolitik im Land darf das nicht weiter abtun, sondern muss diese Kette durchbrechen. Wenn in der Familie keine Erfahrungen und keine Kenntnisse vorhanden sind, verhält sich ein Großteil der jüngeren Generation ebenso und findet nicht den Weg in einen Vermögensaufbau mit verschiedenen Kapitalanlagen. Sonst würden die Zahlen heute anders aussehen.“

„Zum anderen muss die Sorge vor Altersarmut ernst genommen werden. Viele Menschen im Osten haben das Gefühl, dass ihre Lebensleistung erst ab 1990 gesehen wird und das drückt sich nicht nur über mangelnde Wertschätzung für die Zeit davor aus, sondern auch in Ängsten, im Alter in Armut leben zu müssen. Da ist die Diskussion über eine Anpassung der Ostrenten nur ein Teil, der andere Teil ist die nicht transparent aufgearbeitete Nachvereinigungszeit. Wir Politiker sollten den Mut haben, nicht nur die Errungenschaften zu feiern, sondern auch ehrlich zu Fehlern zu stehen, die gemacht wurden.“