Gute Geburtshilfe braucht Zeit, Respekt und verlässliche Strukturen

In der aktuellen Plenarwoche hat die FDP-Gruppe im Landtag Mecklenburg-Vorpommern einen Antrag zur Stärkung einer respektvollen und selbstbestimmten Geburtshilfe eingebracht.

Die gesundheitspolitische Sprecherin der FDP-Gruppe im Landtag Mecklenburg-Vorpommern Barbara Becker-Hornickel erklärt:

„Die Geburt eines Kindes ist einer der prägendsten Momente im Leben.

Gerade in dieser Situation müssen Frauen sich sicher fühlen, ernst genommen werden und echte Mitsprache haben. Das ist kein Zusatz, sondern ein Maßstab für die Qualität unseres Gesundheitssystems.“

Die FDP-Gruppe setzt sich dafür ein, die Geburtshilfe in Mecklenburg-Vorpommern konsequent an den Bedürfnissen der Frauen auszurichten.

Dabei geht es nicht nur um medizinische Abläufe, sondern auch um die Frage, wie Entscheidungen zustande kommen, wie gut aufgeklärt wird und ob Frauen sich respektvoll begleitet fühlen.

„Wir wissen heute, dass das Erleben rund um die Geburt weitreichende Folgen haben kann: Für die psychische Gesundheit der Mutter, für die Bindung zum Kind und für die ganze Familie“, so Becker-Hornickel weiter.

„Deshalb müssen wir genauer hinschauen und systematisch daraus lernen, wo es gut läuft und wo es Verbesserungsbedarf gibt.“

Ein Schwerpunkt liegt auf einer besseren Unterstützung rund um Schwangerschaft und Geburt, insbesondere wenn diese als belastend erlebt werden.

Viele Frauen bleiben mit ihren Erfahrungen bislang allein. Hier braucht es verlässliche Angebote, die frühzeitig ansetzen und unkompliziert erreichbar sind.

Zugleich sieht Becker-Hornickel Handlungsbedarf bei der Abstimmung zwischen den verschiedenen Bereichen der Versorgung.

„Geburtshilfe ist Teamarbeit und genau so muss auch die Betreuung organisiert sein.

Zu oft erleben wir Brüche zwischen Klinik, ambulanter Versorgung und weiterführender Unterstützung. Das darf nicht passieren.“

Auch die Arbeitsbedingungen der Fachkräfte geraten in den Blick.

Zeitdruck, hohe Belastung und komplexe Abläufe erschweren eine gute Betreuung.

„Wer will, dass Gespräche auf Augenhöhe stattfinden, muss dafür auch die Voraussetzungen schaffen. Weniger Bürokratie und bessere Zusammenarbeit sind dafür entscheidend.“

Gerade im ländlich geprägten Mecklenburg-Vorpommern können zudem digitale und mobile Angebote helfen, Wege zu verkürzen und schneller Unterstützung zu ermöglichen.

„Versorgung muss erreichbar sein, unabhängig vom Wohnort.“

Abschließend betont die Gesundheitspolitikerin:

„Unser Ziel ist eine Geburtshilfe, die medizinisch gut ist und zugleich menschlich überzeugt.

Frauen sollen sich gut begleitet fühlen von der Schwangerschaft bis in die Zeit nach der Geburt. Dafür wollen wir die richtigen Rahmenbedingungen schaffen.“