Endlich vom Ankündigungs- in den Umsetzungsmodus kommen
Die FDP Mecklenburg-Vorpommern fordert eine konsequente Anwendung des Bauturbos nach § 246e BauGB durch die Kommunen, verbindliche Fristen und vollständig digitale Genehmigungsverfahren, eine flexible Handhabung von Stellplatzpflichten sowie bessere Rahmenbedingungen für private und genossenschaftliche Investitionen in bezahlbaren Wohnraum.
„Wären diese vier Punkte längst umgesetzt, stünde ein Bauunternehmer wie Enrico Quaas aus Greifswald heute nicht vor einer Rechnung, die nicht aufgeht”, sagt Lars Boorberg, Direktkandidat der FDP für Greifswald und Vorsitzender des Landesfachausschusses. Verbindliche Fristen und digitale Verfahren hätten sein Projekt in der Gützkower Landstraße beschleunigt, eine flexible Stellplatzpflicht hätte die Kosten gesenkt, und bessere Investitionsbedingungen hätten seine Rendite gesichert. So aber ist Bauen laut Ostsee-Zeitung vom 25. August 2026 in den vergangenen fünf Jahren um 25 Prozent teurer geworden, und Quaas bleibt bei Vollvermietung nur eine Rendite von zwei bis drei Prozent, obwohl eine Drei-Zimmer-Wohnung bereits 1.500 Euro Kaltmiete kostet, zuzüglich 70 Euro für den vorgeschriebenen Stellplatz. Ohne staatliche Zinsvergünstigungen oder Zuschüsse ist unter diesen Bedingungen kaum noch wirtschaftlich zu bauen.
Der Fall zeigt, wie wenig der viel gelobte Bauturbo in Mecklenburg-Vorpommern bislang bewirkt. Ein Gesetz allein schafft noch keine einzige Wohnung. Es braucht Kommunen, die die neuen Möglichkeiten tatsächlich nutzen, und eine Landesregierung, die Investitionen nicht durch immer neue Vorgaben verteuert. Wer Stellplätze, Energieanforderungen und Ausgleichspflichten immer weiter aufaddiert, darf sich über ausbleibenden Neubau nicht wundern.
Die Landesregierung muss endlich vom Ankündigungsmodus in den Umsetzungsmodus wechseln. Der Wohnungsmarkt wartet nicht auf die nächste Pressekonferenz. Menschen brauchen Wohnungen, Unternehmen brauchen Fachkräfte und Investoren brauchen verlässliche Rahmenbedingungen.