Domke: Trump setzt NATO für Grönland-Fantasie aufs Spiel
„Trump kündigt ab dem 1. Februar 10 Prozent Zölle auf deutsche Waren an, ab Juni 25 Prozent - weil Europa sich seinen Grönland-Plänen widersetzt. Das ist Erpressung. Und es ist brandgefährlich. Während Putin in der Ukraine Krieg führt, zerrt Trump das westliche Bündnis an den Rand der Belastbarkeit. Für eine Fantasie.“
„Was Trump hier veranstaltet, hat mit Partnerschaft nichts mehr zu tun. Er erpresst Verbündete mit Zöllen, droht mit territorialer Annexion und untergräbt die NATO, in einer Zeit, in der die westlichen Demokratien Geschlossenheit dringender brauchen denn je. Das ist unverantwortlich und Wasser auf die Mühlen eines wachsenden Antiamerikanismus.“
„Für MV bedeuten Trumps Zölle konkrete wirtschaftliche Schäden. MV exportiert jährlich fast eine Milliarde Euro in die USA, ein gutes Zehntel unserer Gesamtexporte. Elektrotechnik, maritime Wirtschaft, Maschinenbau - alles betroffen. 10 Prozent Zölle ab Februar, 25 Prozent ab Juni - das sind keine Peanuts. Das kostet Arbeitsplätze.“
„Die Bundesregierung muss jetzt drei Dinge tun:
Erstens: Keine Erpressung akzeptieren. Europa darf sich nicht spalten lassen. Deutschland, Frankreich, die skandinavischen Länder, wir müssen geschlossen bleiben. Die EU-Gegenzölle von 93 Milliarden Euro ab 6. Februar sind richtig. Wer mit Zöllen erpresst, muss mit Konsequenzen rechnen.“
„Zweitens: Klare Kante zeigen, aber Eskalation vermeiden. Die Grönland-Forderung ist absurd. Territoriale Integrität eines NATO-Partners ist nicht verhandelbar. Gleichzeitig müssen wir den Dialog suchen - mit vernünftigen Kräften in Washington, im Kongress, bei all denen, die Trumps Kurs ablehnen.“
„Drittens: Europa endlich handlungsfähig machen. Trumps Erpressung zeigt unsere Schwäche. Wir brauchen eine gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik, eine schlagkräftige europäische Verteidigung, weniger Abhängigkeit von einzelnen Partnern. Die FDP fordert das seit Jahren. Jetzt rächt sich, dass das verschlafen wurde.“
„Trump setzt die NATO aufs Spiel - ausgerechnet jetzt, wo Putin in Europa Grenzen verschiebt. Das ist nicht nur verrückt. Das ist gefährlich. Deutschland und Europa müssen zusammenhalten. Und wir müssen endlich lernen, unsere Interessen selbst zu verteidigen.“