Domke kritisiert geplante Abwertung der DDR-Geschichte im Berliner Schulunterricht

Domke erinnert daran, dass Berlin wie kaum eine andere Stadt für die Erfahrungen von schmerzhafter Teilung, Diktatur, aber auch von Widerstand und friedlicher Revolution stehe. „Die Auseinandersetzung mit der DDR darf nie zur Wahloption werden. Wer die Geschichte der SED-Diktatur und ihrer Unterdrückung von Freiheit nicht gründlich behandelt, schwächt das Verständnis für Freiheit, Rechtsstaat und demokratische Prinzipien“, so Domke.

Die Reform übersehe laut Domke, dass die DDR-Geschichte bereits in der Mittelstufe häufig nur gestreift werde und damit für viele Schüler der einzige Berührungspunkt bleibe. Eine vertiefte Behandlung in der Oberstufe sei daher unverzichtbar, um historische Erfahrungen einordnen und aktuelle politische Entwicklungen besser verstehen zu können.

Auch im Flächenland Mecklenburg-Vorpommern erlebten die Menschen die SED-Diktatur und den damit verbundenen Schmerz auseinandergerissener Familien, eingeschränkter Freiheit und staatlichen Unrechts. In Zeiten von Mangelwirtschaft und maroder Substanz haben diese Menschen Unglaubliches geleistet und sich die Freiheit und Wiedervereinigung friedlich erkämpft, mussten Biografiebrüche hinnehmen auf dem Weg in die Freiheit. Man kann diese Geschichte den jungen Generationen nicht erzählen, wenn man nicht die Erinnerung an eine Diktatur und ihre Opfer vertieft wachhält. Gerade auch wegen der eigenen familiären Bezüge sei die systematische Vermittlung der DDR-Geschichte an die Schülergeneration unverzichtbar, erklärt Domke weiter.

Domke begrüßt die deutliche Kritik von Geschichtslehrern, Historikern und der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, die die geplanten Änderungen ebenfalls als Rückschritt bewerten. Dass die Reform zudem im Widerspruch zum Berliner Koalitionsvertrag stehe, der eine starke Erinnerungskultur ausdrücklich als Bildungsaufgabe festschreibt, zeige den politischen Handlungsbedarf.

Der FDP-Sprecher fordert den Berliner Senat deshalb auf, die DDR-Geschichte verbindlich in der Oberstufe zu verankern. „Demokratie braucht Wissen und dieses Wissen entsteht durch konsequente Bildungsarbeit. Wer das historische Fundament schwächt, schwächt am Ende die demokratische Widerstandskraft der gesamten Gesellschaft.“