Aus Hagenow die richtigen Lehren ziehen
Zur heutigen Sondersitzung des Bildungsausschusses des Landtages Mecklenburg-Vorpommern erklären die bildungspolitische Sprecherin der Gruppe der FDP im Landtag Mecklenburg-Vorpommern, Barbara Becker-Hornickel und der Sprecher der Gruppe der FDP, David Wulff, anlässlich der Beratungen über die Abiturprüfungen am Robert-Stock-Gymnasium Hagenow:
„Wenn an einer Schule mehr als ein Drittel eines Abiturjahrgangs die Prüfungen nicht besteht, ist das ein ernstzunehmender Vorgang. Die betroffenen Schülerinnen und Schüler, ihre Eltern und auch die Lehrkräfte haben Anspruch auf eine transparente Aufklärung. Jetzt braucht es Sorgfalt statt Schnellschüsse“, erklärt Barbara Becker-Hornickel. Die heutige Expertenanhörung im Bildungsausschuss habe gezeigt, dass Schülerinnen und Schüler, Elternvertretungen, Schulleitung, Schulamt und Bildungsministerium an einer umfassenden und sachlichen Aufarbeitung interessiert seien. Dieses gemeinsame Verantwortungsbewusstsein sei die richtige Grundlage, um die Ursachen objektiv zu bewerten und notwendige Konsequenzen abzuleiten.
Der Fall mache zugleich deutlich, wie wichtig ein funktionierendes Qualitätsmanagement an den Schulen und eine wirksame schulaufsichtliche Begleitung seien. Entwicklungen müssten früh erkannt und Schulen rechtzeitig unterstützt werden, bevor Probleme eskalieren. Dabei müsse auch geprüft werden, ob bestehende Instrumente der Qualitätssicherung ausreichend greifen.
„Unser Anspruch muss sein, dass jede Schülerin und jeder Schüler unter fairen Bedingungen bestmöglich auf das Abitur vorbereitet wird. Wo außergewöhnliche Ergebnisse auftreten, müssen die Ursachen konsequent analysiert und die richtigen Schlüsse gezogen werden,“ so Becker-Hornickel.
Becker-Hornickel begrüßt, dass neben der bereits laufenden internen Aufarbeitung auch eine externe Evaluation durchgeführt wird. Nun komme es darauf an, diese unabhängig, transparent und zügig abzuschließen. „Evaluationen dürfen kein Selbstzweck sein. Entscheidend ist, dass aus ihren Ergebnissen konkrete Verbesserungen für Unterricht, Schulorganisation und Kommunikation entstehen. Nur so kann dauerhaft Vertrauen gestärkt werden.“
Der Sprecher der Gruppe der FDP, David Wulff, betont: „ Wenn die laufenden Untersuchungen strukturelle Schwächen aufzeigen, müssen daraus landesweite und nachhaltige Verbesserungen entstehen. Gute Bildung braucht transparente Qualitätsstandards, verlässliche Evaluationen und den politischen Willen, aus Problemen die richtigen Konsequenzen zu ziehen.“ Die Ergebnisse der internen und externen Evaluation müssten deshalb Impulse für das gesamte Schulsystem in Mecklenburg-Vorpommern liefern. „Die allermeisten Schulen in Mecklenburg-Vorpommern leisten jeden Tag hervorragende Arbeit. Wer Vertrauen in unsere Bildungsabschlüsse stärken will, muss bereit sein, genau hinzusehen und aus besonderen Fällen die richtigen Lehren zu ziehen“, so Wulff abschließend.