DOMKE: „Die Altlasten dürfen aber nicht denen vorgesetzt werden, die sich am wenigstens dagegen wehren können“

René DOMKE, FDP-Landesvorsitzender, äußert sich zur bundesweiten Suche nach einem Endlager für Atommüll:
„Mit dem Abschluss der geologischen Beurteilung wird etwa die Hälfte unseres Bundeslandes als mögliche Endlagerstätte ausgewiesen. Weite Teile Vorpommerns sind damit aus dem weiteren Prozess ausgeschlossen. Eine langfristige Aufbewahrung in Lubmin ist damit aus unserer Sicht ausgeschlossen. Auch wenn bis zu einer endgültigen Entscheidung noch Jahre vergehen werden, darf in Lubmin aufgeatmet werden.
Nicht so jedoch in Mecklenburg und im südlichen Teil des Landkreises Ucker-Randow. Wenn in den nächsten Schritten Daten wie Bevölkerungsdichte geprüft werden, haben große Ballungszentren weniger zu befürchten. Als Flächenland scheinen die Chancen jedoch gering zu sein, dass auch im nächsten Schritt größere Teile unseres Bundeslandes aus der Suche nach einem Endlager ausgeschlossen werden.

Auch wenn wir in einer wissenschaftlichen Herangehensweise die einzige faire Lösung sehen, darf Mecklenburg-Vorpommern nicht zur Deponie des Bundes werden. Die weiße Landkarte sollte auch beinhalten woher der Atommüll kommt, der nun gelagert werden soll. Sollte Mecklenburg-Vorpommern als Standort der Endlagerstätte ausgewählt werden, wäre es den Bürgern schwer zu vermitteln, warum sie die Altlasten aller deutschen Atomkraftwerke übernehmen müssen. Bei dieser gesamtgesellschaftlichen Aufgabe brauchen wir Vernunft und Verantwortungsbewusstsein. Es ist klar, dass wir alle Atomstrom genutzt haben. Die Altlasten dürfen aber nicht denen vorgesetzt werden, die sich am wenigstens dagegen wehren können.“ PM 2020-092