Unverhältnismäßigkeit und verlorenes Augenmaß

Zur Ankündigung des Landkreises Ludwigslust-Parchim, bei Missachtung von Quarantäne-Auflagen Familien die Kinder zu entziehen äußert sich der FDP-Landesvorsitzende René DOMKE:

Die Androhung, Familien die Kinder zu entziehen, wenn diese oder einzelne Familienmitglieder sich nicht konform verhalten, ist ein trauriger und traumatisierender Teil der deutschen Geschichte.
Insofern ist die Ankündigung einer Behörde zur Durchsetzung von Anordnungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie völlig instinktlos und überzogen. Kinder sind kein Instrument, um Wohlverhalten zu erzwingen.

Für einen Eingriff in die Familie sind zu Recht sehr hohe rechtliche Hürden eingezogen worden.
Wenn diese Verhältnismäßigkeitserwägungen und die Wahl milderer Mittel einfach mal zur Abschreckung übersprungen werden, muss dies aufs Schärfste zurückgewiesen werden.
Es gibt geeignetere Mittel, um Schutzmaßnahmen umzusetzen.
Ganz offensichtlich liegen in der betroffenen Kreisverwaltung die Nerven völlig blank oder es ist der Umgang mit unseren Werten der Verfassung völlig aus dem Blick geraten.
Nicht das erste Mal in dieser Krise hinterfragen wir Freie Demokraten die Verhältnismäßigkeit von Maßnahmen, aber dies ist wohl mit Abstand der Gipfel des verlorenen Augenmaßes. PM 2020-077