FDP fordert Distanzierung der CDU von Ott-Äußerung zu Homosexuellen.

Zur Rede des CDU-Vize Ott im Bezug auf Rechte von Homosexuellen äußert sich der FDP- Landesvorsitzende René Domke:

"Das schlimme an dem Vorgang ist, dass Ott ganz bewusst äußerte, man solle Homosexuelle als "mikroskopische Randgruppe nicht aufwerten" und "vielleicht Wertschätzung für die Menschen aussprechen, die jeden Tag früh aufstehen, fleißig arbeiten, die Ja zu Kindern sagen, die Ja zur Familie sagen."

Ott fehlt jede Sensitivität. Gerade Homosexuelle kämpfen seit Jahrzehnten für gesellschaftliche Anerkennung, stehen ebenso früh auf und sind nicht weniger fleißig, zahlen Steuern, können erst seit einigen Jahren trotz Widerstands der CDU Familien mit Trauschein begründen und haben längst nicht die rechtliche Gleichstellung, wenn es um Adoption von Kindern geht.

Dies nun ausgerechnet denjenigen vorzuwerfen, die jedes ihrer Rechte hart erkämpfen mussten, ist an Rückwärtsgewandtheit und verkorkstem Menschenbild kaum zu überbieten.

Natürlich müssen alle die Anerkennung finden, die tagtäglich etwas dazu leisten, dass wir alle in Wohlstand leben können. Eine Grenze dabei aufgrund der sexuellen Orientierung zu ziehen, ist nicht akzeptabel und zudem faktisch falsch. Dass Ott noch nicht einmal merkt, was er mit seinen Worten anrichtet, kann den Rest der aufgeklärten und humanistisch gebildeten Gesellschaft nur traurig und wütend machen. PM 2020-062