Corona: Werften und Schiffbau nicht vergessen!

Für den aus Rostock stammenden FDP-Bundestagsabgeordneten und Beauftragten für die maritime Wirtschaft der FDP-Bundestagsfraktion, Hagen Reinhold, muss jetzt der Bund schnellstmöglich geplante Schiffbauprojekte der öffentlichen Hand vorziehen.


Der Spezialschiffbau, wie er in Deutschland stattfindet, ist durch die Corona-Krise gefährdet. Arbeitsplätze, die jetzt verloren gehen, kommen nicht wieder.


Es lohnt sich aber für Werften und die Schiffbauindustrie in Deutschland zu kämpfen. Die Branche ist seit Jahren im Umbruch und hat sich im Rahmen der Möglichkeiten nach der letzten Wirtschaftskrise in Deutschland neu aufgestellt und in hochmoderne Standorte investiert. Diese, in den letzten Jahren entstandene Hochtechnologiestruktur, braucht jetzt, wie jeder andere Industriezweig auch, Aufträge. Da kommt dem Bund, der im Besitz vieler Schiffe und Wasserfahrzeuge ist, eine Schlüsselrolle zu. Anstatt nur Hilfspakete zu schnüren, könnten jetzt auch wichtige zivile und militärische Schiffbauprojekte des Bundes vorgezogen werden, um den Werften und dem Schiffbau zu helfen.

 

Projekte wie „Polarstern“ beschleunigen


Viele Ersatz- und Neubauten, die ohnehin in den kommenden Jahren gebraucht werden, könnten nun unter anderem für den wirtschaftlichen Fortbestand der von der Corona-Pandemie betroffenen Schiffbauindustrie in Deutschland sorgen, wenn sie vorgezogen werden würden. „Jetzt drängt die Zeit - geht uns die Fähigkeit verloren, komplexe Systeme in Schiffe zu integrieren, fehlen uns Systemkompetenzen in einer Schlüsselindustrie, die uns den Wohlstand in der Zukunft sichert. Es ist jetzt wichtig, Projekte wie die "Polarstern" nicht auf die lange Bank zu schieben“, sagt Hagen Reinhold, Sprecher für die maritime Wirtschaft der FDP-Bundestagsfraktion. 800 zivile Schiffe und Wasserfahrzeuge befinden sich im Eigentum des Bundes und weitere 170 Schiffe und Boote liegen in der Hand von Marine und Bundesverteidigungsministeriums.


„Die ohnehin benötigten bundeseigenen Schiffe und Wasserfahrzeuge könnte der Bund schneller planen und bauen lassen. Militärische Neu- und Ersatzbeschaffungen der Marine müssen jetzt zügig ausgeschrieben werden und genügend Personal für Entwicklung und Projektbegleitung sichergestellt werden“, so der Abgeordnete aus dem Wahlkreis Rostock.


Chance nutzen


Dabei sei jetzt die Chance, fortschrittliche und nachhaltige Antriebstechnologien voran zu treiben. Deutsche Werften könnten ihr Knowhow weiter ausbauen und der Bund seine Vorbildfunktion hin zu CO2-neutralen Antrieben wahrnehmen.