Fischindustrie und Brexit:Wie wär's mal mit einer Delegation nach London, Frau Schwesig?

Seit Jahren bangen die von der Hochseefischerei abhängigen Branchen und Mitarbeiter wegen dem Brexit um ihre Zukunft. Denn: alle wissen, dass es ohne Hering aus der Nordsee und britischen Hoheitsgewässern nicht geht. Die Quoten für Ostsee-Hering werden Jahr für Jahr niedriger, weil befürchtet wird, dass der Klimawandel dem Aufwuchs der Fische schadet.„Robben und Kormorane werden weiterhin streng geschützt während das Fischereihandwerk vom Aussterben bedroht ist. Da klingt die müde Sorgenbekenntnis der Landesregierung nur wie Spott“, sagt Hagen Reinhold, Sprecher für maritime Wirtschaft der FDP-Bundestagsfraktion aus MV.Allein in und um Sassnitz sind 400-500 Arbeitsplätze von der Fischindustrie abhängig –eine Industrie die durch die EU zu dem gewachsen ist, was sie heuteist. Durch den Brexit wird dieses gewachsene Konstrukt beschnitten und bedroht, denn wenn unsere Fischer nicht in die Fanggründe fahren können, dann gibt es auch keinen Fisch und damit auch keine Fischverarbeitung.

„Vier Jahre nach dem Brexit-Votum scheint das der Landesregierung aufgefallen zu sein. Das ist eine Schande. Fischerei und Handel sind die urtümlichsten Branchen der Küste. Es ist ein Armutszeugnis, dass die Landesregierung nach vier Jahren keine Ideen vorlegt, sondern ein zahnloses Lippenbekenntnis“, so Reinhold."Die Verhandlungen um den Fisch sind zäh mit der Insel-Nation. Vielleicht sollte Schwesig im Sinne der Wirtschaft auch mal eine Delegation nach London schicken, statt nur nach Moskau. Unserem Küstenland könnte das jedenfalls nicht schaden".