Bildungsministerium versagt: Wo ist die Taskforce für die Bildung?

Der Wirtschaftsminister hat in Sachen Tourismus seine Hausaufgaben gemacht und alle Forderungen der FDP MV umgesetzt. Jetzt muss endlich die Bildungsministerin ran! Lehrer, Schüler und Eltern dürfen nicht alleine gelassen werden!
Viele Willensbekundungen, wenig Taten: So muss man die Arbeit des Bildungsministeriums zusammenfassen. Wo ist digitale Bildungs-Infrastruktur, die wir jetzt dringender denn je brauchen? Auch zwei Monate nach Beginn der Corona-Krise werden Schulen und Lehrer völlig allein gelassen. Die Beschulungs-Antwort nach zwei Monaten Krise aus dem Ministerium lautet: vier Stunden an einem Schultag pro Woche pro Schüler.


Eltern und Bürger werden weder über den Ist-Stand von digitaler Infrastruktur informiert und schon gar nicht über einen Plan, wie die Corona-Krise, die noch Monate und bis ins nächste Jahr andauern kann, in den Schulen bewältigt werden soll.

Generalsekretär und Digital-Experte der FDP M-V, David Wulff:


„Es gibt seit Jahren fertige Bildungsserver von Hochschulen, Fern-Unis und Systeme für Distanz-Schulen in anderen Ländern, wo Home-Schooling erlaubt ist. Seit Wochen hätte so ein System gekauft und fürs Land oder sogar bundesweit aufgesetzt werden können. Stattdessen überlässt das Ministerium die Problemlösung den Eltern und der Wirtschaft und beschäftigt sich mit sich selbst.
Auf der Webseite des Ministeriums wird seit dem Ausbruch von Corona über den Energiesparmeister-Wettbewerb für Schulen, die Mathe-Olympiade, den Regenwald-Lyrik-Wettbewerb und Schülerfirmen 2020 informiert. Das mag in anderen Jahren alles wichtig sein – aber jetzt muss doch erst mal eine Schulinfrastruktur bereitgestellt werden, die allen Schülern und Lehrern in irgendeiner Form hilft, den Unterricht abzusichern. In manchen Schulen gibt es stattdessen fünf Online-Plattformen – in anderen gar keine. Viele Lehrer engagieren sich enorm, um Ihre Schüler so gut wie möglich zu beschulen – andere Lehrer würden sich gerne engagieren aber haben nicht die Möglichkeiten für digitalen Unterricht, weil Ihnen schlicht das Wissen dazu fehlt.


Statt einer Taskforce, die alle Energie auf die Beschulung der Kinder legt, scheinen die Ministeriumsmitarbeiter einfach ihre vor-Corona-Projekte weiter vorantreiben und den Mathewettbewerb digitalisieren. Das ist die falsche Antwort auf diese Krise. Jetzt müssen Antworten her! Mit allergrößter Priorität muss ein Schulalltag sichergestellt werden, der über das aktuelle Ziel von vier Stunden an einem Schultag pro Woche pro Schüler hinaugeht!

Mein Vorschlag: In den jetzt leeren Sporthallen und Gemeindehäusern könnten Schüler nah am Wohnort beaufsichtigt werden und digital ihren Schulunterricht unter Wahrung der Hygienevorschriften wahrnehmen. Das würde Eltern entlasten – und Schüler auch. Welchen Vorschlag hat die Regierung?“ PM 2020-048