WULFF zum Landarztgesetz: „Knebelverträge und drakonische Strafen überzeugen mit Sicherheit keinen angehenden Mediziner“

David WULFF, FDP-Generalsekretär in Mecklenburg-Vorpommern, kritisiert das Landarztgesetz der Landesregierung:
„Es ist unterstützenswert den Zugang zum Humanmedizinstudium für zukünftige Landärzte zu vereinfachen. Allerdings will die Landesregierung mit ihrem Gesetzentwurf die Gesamtzahl an Studienplätzen in der Humanmedizin nicht vergrößern. Dies wird nur zu einer Verschiebung des Ärztemangels vom Land in die Stadt führen. Die Studienplätze für Landärzte müssten zusätzlich angeboten werden!

Die Situation bei Zahn- und Tierärzten ist im ländlichen Raum ähnlich angespannt. Es wäre also zielführend gewesen, diese im Landarztgesetz ebenfalls zu berücksichtigen. Wir Freie Demokraten werden dieses Thema auf dem Radar behalten und weiter forcieren!


Das Landarztgesetz hat aber noch eine weitere offene Flanke: Es wäre sinnvoll gewesen im gleichen Zuge die Ansiedlung als Landarzt attraktiver zu machen und das Humanmedizinstudium hierfür inhaltlich u.a. mit dem betriebswirtschaftlichem Grundwissen anzureichern, das die Gründung einer eigenen Praxis erfordert. Es fehlt gänzlich an Maßnahmen, die schon während des Studiums einen tiefen Einblick in die landärztliche Praxis geben.


Stattdessen hat sich die Landesregierung entschieden, die angehenden Mediziner mit zehnjährigen Knebelverträgen und der Androhung drakonischer Strafzahlungen von 250.000 € an das Land zu fesseln. Eine solche Vertragskonstruktion ist mit den noch ungeschliffenen Lebensentwürfen junger Menschen schlicht unvereinbar und wirkt eher abschreckend als anziehend. Ich bin skeptisch, wie viele angehende Mediziner sich mit diesem Kescher fangen lassen.“ PM 2020-008