DOMKE: „Rekommunalisierung bringt keinen einzigen Arzt mehr!“

Der FDP-Landesvorsitzende René DOMKE kritisiert den Vorstoß der Ministerpräsidentin die Kommunen M-Vs bei der Rekommunalisierung ihrer Krankenhäuser zu unterstützen:
„Die Diskussion um die Krankenhäuser des Landes läuft komplett am Thema vorbei. Die Krankenhäuser jetzt wieder zum Klotz am Bein der Kommunen werden zu lassen, ändert gar nichts am Fachkräftemangel. Denn nicht die Rechtsform des Krankenhausbetreibers führt dazu, dass Stationen kaum noch zu besetzen sind: es fehlen schlichtweg die Fachkräfte“, hält DOMKE fest und warnt die Ministerpräsidentin ausdrücklich davor diesem ersten Problem blanke Polemik entgegenzusetzen. „Warum wurden in der Vergangenheit die kommunalen Krankenhäuser als Millionengräber für den Steuerzahler denn verkauft? Diese nun wieder zurückzukaufen und defizitär zu betreiben, dafür sind nicht einmal die Taschen der Landesregierung reichlich genug gefüllt, erst recht nicht die meist leeren Taschen der Kommunen.“

Wenn die Landesregierung die Misere der Krankenhäuser in M-V bereinigen will, muss sie dafür Sorge tragen, dass die Behandlungsabläufe erheblich entbürokratisiert werden, ist DOMKE überzeugt: „Heute gilt: was nicht dokumentiert wurde, kann auch nicht abgerechnet werden. Das führte dazu, dass Ärzte und Pflegekräfte heute einen beträchtlichen Teil ihrer Arbeitszeit am PC statt am Patienten verbringen. Kostbare Arbeitszeit geht für unproduktiven Papierkram drauf und raubt damit nicht nur Zeit für Behandlung und Pflege. Es macht Bereiche unrentabel, die ansonsten auch mit geringerem Personalaufwand durchaus wirtschaftlich betrieben werden könnten“, gibt DOMKE zu bedenken.


Mit der nun angestoßenen Debatte werde auch das Vertrauen in die Planungssicherheit der Betreiber massiv gestört. „In der Folge wird es weniger Investitionen in die Krankenhausinfrastruktur geben. Fachkräfte lockt man auf diese Weise schon gar nicht. Eine modernere Krankenhausinfrastruktur wäre auch deutlich attraktiver für medizinische Fachkräfte und könnte diese überzeugen, an die Ostseeküste zu kommen.“ PM 2019-065