DOMKE zum Ärztemangel: „Genug der Notlösungen! Zeit zum Umsteuern!“

Der FDP-Landesvorsitzende René DOMKE begrüßt den pragmatischen Vorschlag, die Geburtshilfestation in Parchim durch eine Kooperation mit dem Crivitzer Krankenhaus zu retten, warnt aber gleichzeitig vor jenen Stimmen, die nun wieder das Placebo der Kommunalisierung verschreiben wollen:
"In Crivitz fehlte es in der Vergangenheit an Hebammen und in Parchim an Kinderärzten. Was liegt also in Zeiten des Fachkräftemangels näher als die Geburtshilfe-Grundversorgung in der Region durch diese Kooperation zweier privater Krankenhäuser zu sichern. In meinen Augen ist dies eine schnelle und pragmatische Lösung, die das Schlimmste verhindert", ist der FDP-Landesvorsitzende überzeugt. "Nichtsdestotrotz sorgt die Landeskrankenhausplanung in Mecklenburg-Vorpommern für Doppelstrukturen die knappes Personal und Geld verschlingen und dadurch die noch vorhandenen Geburtshilfeabteilungen unnötig gefährden.“
Mecklenburg-Vorpommern ist das einzige Bundesland, das zwingend das gleichzeitige Vorhandensein von Pädiatrie, Gynäkologie und Geburtshilfe fordert. "Andere Bundesländer wie zum Beispiel Niedersachsen setzen vielmehr auf die Kooperation zwischen Kliniken unterschiedlicher Ausstattung sowie niedergelassenen Kinderärzten. Das sollte auch das Modell für M-V sein", erklärt DOMKE. "Bevor Krankenhäuser im ländlichen Raum an dieser unnötigen Vorgabe scheitern, sollten wir flexibler mit dem zur Verfügung stehenden Personal planen. Selten halten sich unsere kommenden Neubürger an die ihnen vorberechneten Geburtstermine. Daher ist es umso wichtiger auch in der Fläche genügend Geburtsstationen vorzuhalten - notfalls auch ohne einen Pädiater."

Umso verwunderter zeigt sich DOMKE über die aufkommenden Vorschläge im Land- und Kreistag den Personalmangel durch eine "forcierte Personalrückgewinnung" oder die "Rekommunalisierung des Parchimer Krankenhauses" zu überwinden. "Es fehlt auf dem Arbeitsmarkt schlicht an medizinischem Personal. Dieser Mangel geht natürlich nicht an kommunalen Krankenhäusern und der ambulanten Versorgung in der Fläche vorbei, weshalb auch der Griff in die ideologische Mottenkiste der Linkspartei keine Lösung darstellt."


DOMKE will an vielen Stellen umsteuern, Krankenhausausstattung und Arbeitsbedingungen müssen attraktiver für medizinische Fachkräfte werden. "Daher fordern wir eine Aufstockung der Investitionsmittel des Landes in die Krankenhausinfrastruktur und eine Entbürokratisierung der Behandlungsprozesse. Nur weil das, was nicht dokumentiert wurde, von den Kostenträgern nicht bezahlt wird, verbringen Ärzte und Pflege heute einen Großteil ihrer Arbeitszeit am PC statt am Patienten. Hier muss es ein Umdenken in der Selbstverwaltung hin zu mehr Vertrauen in die Leistungserbringer geben", sagt DOMKE. Auch die Anstellung von Ärzten aus dem Ausland müsse durch größeren Personaleinsatz beschleunigt werden. „Allzu oft verzweifeln zuwanderungswillige Ärzte aus Drittstaaten an den absurden bürokratischen Schikanen die mit der Gleichwertigkeitsüberprüfung ihrer Approbationen einhergehen.“ PM 2019-062