WULFF: „Zeugnisnoten wieder eine Bedeutung geben!“

Der FDP-Generalsekretär David WULFF fordert ein Ende von Überakademisierung und Noteninflation:
„Ebenso wie eine Geld-Inflation eine Volkswirtschaft zerstört, zerstört eine Noteninflation ein Bildungssystem“, erklärt David WULFF und verweist darauf, dass ein besserer Notenschnitt nicht automatisch bessere Leistungen und eine bessere Eignung zum Studium bedeuten. „Unser Notensystem ist der Wertmesser des Bildungserfolges in unserem Bildungssystem. Wenn herausragende Noten wie Bonbons für durchschnittliche schulische Leistungen verteilt werden, wird dieser Wertmesser bedeutungslos“, verdeutlicht WULFF. Ausbildungsbetriebe, berufliche Schulen und Universitäten stocherten bezüglich der Eignung ihrer Bewerber inzwischen im Dunkeln, weil sie Zeugnisnoten nicht länger vertrauen könnten.

Neuesten Zahlen zufolge schafften in Thüringen 37,9% der Abiturienten ein Abitur mit einer 1 vor dem Komma, in Schleswig-Holstein waren es nur 17,3%. „Abiturienten aus Thüringen sind keineswegs klüger als Abiturienten aus Schleswig-Holstein, auch wenn die Zahlen dies nahelegen. Die Rot-Rot-Grüne Regierung in Erfurt hat aber einen deutlich anderen Fokus in der Bildungspolitik als die Jamaika-Koalition in Kiel“, sagt WULFF und erläutert:


„Weil es der politischen Linken nicht gelungen ist, ihren Erbfeind Gymnasium politisch zu bezwingen, treibt sie nun das Abitur in die Bedeutungslosigkeit.“ Schon lange sei es die politische Vorgabe so viele Schüler wie möglich an die Universitäten zu bringen. Das insbesondere Handwerk und Industrie vor lauter Akademikern keine Facharbeiter mehr fänden, werde dabei achselzuckend in Kauf genommen. „Auch ohne einen Universitätsabschluss bieten sich hervorragende Karrierechancen, oftmals sogar mit erheblich besseren Verdienstchancen. Die Universität ist nicht der einzige Weg zum Glück“, ist WULFF fest überzeugt.


Er fordert: „Schluss mit Überakademisierung und Noteninflation! Herausragende Noten müssen auch herausragenden Leistungen gegenüberstehen! Leistungen und Noten müssen auch bundesweit vergleichbar sein. Wir wollen exzellente Bildungseinrichtungen, die Exzellenz aus den hellen Köpfen unserer Kinder kitzeln. Dazu gehört es aber auch ihre Leistungen objektiv zu bewerten und Bestnoten nicht zu verschenken.“ PM 2019-051