WULFF: „Auf die Studis hören, Frau Hesse!“

Zur Veröffentlichung einer Studie des Rostocker Professors Falk Radisch zu den hohen Abbruchquoten im Lehramtsstudium erklärt der Generalsekretär, David WULFF:


„Die Lehramtsstudenten wenden sich nicht aus diffusen Gründen von ihrem Studium ab. Sie haben konkret benennbare Kritikpunkte zu Aufbau und Inhalten des Lehramtsstudiums“, erklärt der FDP-Generalsekretär David WULFF.

„Insbesondere der fehlende Praxisbezug wird als ein Hauptgrund für den Studienabbruch genannt. Diese Gründe lassen sich nicht vom Tisch wischen! Hören Sie auf die Studis, Frau Hesse. Verschlanken Sie die Studienpläne und richten Sie diese stärker auf die tatsächlichen Anforderungen in der Praxis aus!“


Eine brandaktuelle Studie der Universität Rostock kam zu dem Schluss, dass durchschnittlich 50% Studenten der Lehramtsstudiengänge in Mecklenburg-Vorpommern ihr Studium selbstbestimmt abbrechen. „Der häufigste Grund für einen Studienabbruch ist die Unzufriedenheit der Studenten mit der Studierbarkeit, dem Aufbau und der inhaltlichen Struktur ihres Studiums. Insbesondere der fehlende Praxisbezug zur Realität an den Schulen wird als Grund für eine Exmatrikulation angeführt“, zählt WULFF auf.


WULFF fordert überdies eine deutlich bessere Beratung für Studieninteressenten und die Einführung von Eignungstests. „Auf diesem Wege ließe sich schon viel Studienfrust von vorneweg vermeiden. Wir Freien Demokraten fordern auch eine Reduktion der notenrelevanten Prüfungsleistungen, insbesondere von Hausarbeiten. Deren tatsächlicher Nutzen für das Studium und die spätere berufliche Praxis ist trotz des großen, damit verbundenen Arbeitsaufwandes, zweifelhaft.“


„Auch das Lied vom mangelnden Praxisbezug ist alles andere als neu, doch scheint sich diesbezüglich zumindest nicht viel getan zu haben. Wir fordern die Einführung eines Praxissemesters und die deutliche Erhöhung der Unterrichtsstunden im Rahmen der schulpraktischen Übungen. Die Didaktik kommt in den Studienplänen für Lehramtsstudenten immer noch deutlich zu kurz. Auch die Vermittlung der dringend nötigen digitalen Unterrichtskompetenzen sucht man an unseren Universitäten leider oft vergebens“, verdeutlicht WULFF die Misere der Praxisferne. „In Anbetracht der hohen Vorlaufzeit, die mit jeder Änderung am Bildungssystem einhergeht, kann ich nur fordern: handeln Sie jetzt, Frau Hesse! Die Zeit läuft!“