National Roaming: „Sachliche Debatte bitte, statt einmütiger Lobhudelei!“

Anlässlich der Landtagsdebatten zum National Roaming erklärt der Generalsekretär der FDP: David WULFF:

„Die Debatte war sehr einmütig aber wenig sachlich“, kritisiert der FDP-Generalsekretär David WULFF. „Ich hätte mir eine saubere Aufschlüsselung von Pro und Kontra anstelle von euphorischer Lobhudelei gewünscht.“

WULFF zählt die Fakten auf: „Mobilfunkbetreiber tummeln sich vornehmlich in dichtbesiedelten Gebieten. Der positive Effekt, den das National Roaming auf die Netzabdeckung im ländlichen Raum hätte, bliebe daher überschaubar. Gleichzeitig haben aber die Netzbetreiber in Deutschland unterschiedliche regionale Schwerpunkte. Dies macht einen anbieterübergreifenden Netzzugang insbesondere für Vielreiser und Touristen interessant – ein Faktor der im Tourismusland M-V nicht unterschätzt werden sollte“, erklärt WULFF.

„Zu einer sauberen Debatte gehört es aber auch, die Kosten, die den Netzbetreibern durch das National Roaming entstehen, nicht zu unterschlagen“, gibt WULFF zu bedenken. „Durch das Verbot von Roaming-Gebühren innerhalb der Europäischen Union müssen diese Kosten auf die Mobilfunkkunden umgelegt werden. Es wird also mit National Roaming unweigerlich zu Preissteigerungen bei den Mobilfunktarifen kommen, und das in Deutschland, das bereits jetzt mithin die teuersten Mobilfunktarife in Europa hat.“

Dennoch ist WULFF überzeugt, dass die Debatte vollkommen überflüssig wäre, wenn der Glasfaserausbau nicht in der Vergangenheit verschlafen worden wäre. „Dann wäre der Ausbau des Mobilfunknetzes heute deutlich kostensparender und damit auch in ländlichen Regionen rentabel realisierbar. Auf diesem Gebiet so schnell wie möglich aufzuholen, ist daher Pflicht!“ PM 2018-077