Arno-Esch-Stiftung fordert Mahnkultur zum Jahrestag der Lagerschließung Neubrandenburg

Rostock.  Anlässlich der am 1. September 2018 stattfindenden Gedenkveranstaltung  in der Mahn- und Gedenkstätte Neubrandenburg-Fünfeichen zum 70. Jahrestag der Schließung aller dortigen NKWD-Lager fordert die Arno-Esch-Stiftung eine sichtbarere Mahnkultur.
Es hatte mit der Errichtung des Kriegsgefangenenlagers Stalag IIA im September 1939 begonnen. Entgegen vieler Annahmen endete 1948 mit der Schließung des Speziallagers Nr. 9 des NKWD dieses dunkle Kapitel der Geschichte nicht. Noch 1949 Arno Esch in Deutschland verhaftet. Und Arno Esch war kein Einzelfall!

Er wurde mit 13 weiteren liberalen Demokraten aus Mecklenburg verhaftet. Im Jahr 1950 wurde der junge Jurist in Schwerin von einem Sowjetischen Militärtribunal wegen angeblicher Spionage und Bildung einer konterrevolutionären Organisation nach dem Strafrecht der Russischen Sozialistischen Föderativen Sowjetrepublik (RSFSR) zum Tode verurteilt. Arno Esch wurde dann am 24. Juli 1951 in der Lubjanka erschossen.


Karoline Preisler, Vorstandsvorsitzende der Arno-Esch-Stiftung „Wir müssen uns erinnern und unseren Kindern davon berichten. Unser demokratisches Zuhause wurde von Menschen tapferen Frauen und Männern errichtet. Nicht wenige davon haben ihr Leben für uns gelassen.“
Geschlossene Lager dürfen nicht zu weggeschlossenen Erinnerungen führen. Dafür ist die Gedenkveranstaltung in der Mahn- und Gedenkstätte Neubrandenburg eine Möglichkeit, aber kein Allheilmittel. Im Gegenteil, Aufgeschlossenheit, Kritikfähigkeit und Bildung in ganz Mecklenburg-Vorpommern werden uns davor bewahren, in der oft bedrohten Zivilgesellschaft Andersdenkende auszugrenzen. Preisler weiter „Unsere Demokratie ist ein geführter Dialog, der stets besser werden muss.“

 

Foto von Olaf Heyde zur freien Verfügung.