Zur Kooperation von thyssenkrupp Marine Systems und German Naval Yards erklärt der Beauftragte für die maritime Wirtschaft der FDP-Bundestagsfraktion Hagen Rein

"Ich begrüße, dass das Erfahrungspotential von thyssenkrupp Marine
Systems (TKMS) durch die vereinbarte Kooperation mit German Naval
Yards, Kiel (GNYK) nun doch in die Ausschreibung für Design und Bau des
MKS 180 einfließen kann. Dies schafft nun zwei annähernd gleich starke
Wettbewerber und damit eine Wettbewerbssituation auf Augenhöhe
zwischen den verbliebenen Anbietern. Das ist ein Vorteil für unsere Marine aber auch für den deutschen Steuerzahler. Nun liegt es am Management beider Partner, ein wettbewerbsfähiges Gesamtpaket zu konzipieren und
anzubieten. Möglicherweise kann sich ja aus der nun vereinbarten MKS 180-Kooperation auch ein Weg zur Fortführung der TKMS-Marineschiffbau -Aktivitäten (über und unter Wasser) in einer neuen Unternehmenskonstellation entwickeln, womit das wertvolle Know-how erhalten werden
und ein international wettbewerbsfähiger Anbieter entstehen könnte. Dies wäre, unabhängig vom Ausgang der MKS 180 Ausschreibung, ein wichtiger Schritt zur Erhaltung der deutschen Systemfähigkeiten im militärischen Überwasserschiffbau.

Dass GNYK und TKMS nun zusammenarbeiten wollen, um bei der Ausschreibung eine stärkere Position zu beziehen, ist aus unternehmerischer Sicht ein richtiger und logischer Schritt. Schon bei Gesprächen mit TMKS-Vertretern im Juni mahnte ich zu Sondierungen möglicher Partnerschaften
für den Bereich Marine-Überwasserschiffbau, denn nur so kann maritime Industrie und Forschung aus Deutschland an der Spitze mitmischen.


Grundsätzlich muss aber gelten: das unter Betrachtung aller technischen, operativen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten bessere Angebot möge in einem fairen Wettbewerb gewinnen! Ich sage das auch für den Fall, dass dann der Generalunternehmer vielleicht aus dem Ausland
käme, d.h. bei MKS 180 aus den Niederlanden. Es kann und muss durch geeignete Ausschreibungsbedingungen sichergestellt werden, dass immer auch genug "System-Engineering"-Beteiligung und damit Einfluss auf das Schiffskonzept sowie die Aufteilung von Engineering und Fertigung in Deutschland verbleiben.

 

Weiterhin sollte der Grad der Beteiligung deutscher Zulieferer ("local content") ein wichtiges Bewertungskriterium der Angebote sein. Die Bundesregierung sollte parallel darauf mit allem
Einfluss drängen, dass auch die anderen europäischen NATO-Partner ihre Ausschreibungen entsprechend öffnen."