Arno-Esch-Stiftung begrüßt den Vorschlag zur Landesbeauftragten für Mecklenburg-Vorpommern für die Aufarbeitung der SED-Diktatur

Rostock. Die neu gewählte Vorstandsvorsitzende der Arno-Esch-Stiftung, die Juristin Karoline Preisler, sieht viel Arbeit für die Stiftung. Die Äußerung von Sebastian Ehlers (CDU), der ohnehin umfängliche Aufgabenbereich der Landesbeauftragten für Stasi-Unterlagen habe sich in den vergangenen Jahren noch erweitert, trifft auf Zustimmung bei der Stiftung, die sich nach dem Juristen, Bürgerrechtler und Justizopfer Arno Esch (* 6. Februar 1928 in Memel; † 24. Juli 1951 in Moskau) benannt hat.
Karoline Preisler hierzu "Die Arno-Esch-Stiftung steht ganz an der Seite der Behörde zur Aufarbeitung von DDR-Unrecht."

Mit Blick auf die erforderliche Forschung, Publikations- und Öffentlichkeitsarbeit bereitet die Stiftung ein Symposium mit dem Fokus DDR-Unrecht vor.
Die der Stiftung verbundenen Historiker, Zeitzeugen, Juristen, Bürgerrechtler und Politiker arbeiten hierzu an der Forschung und Dokumentation der geschichtlichen Entwicklung bzw. erhalten durch die Stiftung Unterstützung. Karoline Preisler „Die Stiftung hat Kontakt zu einem umfangreichen privaten Archiv von großer historischer Bedeutung erhalten. Wir können es kaum erwarten, bei unserem geplanten Symposium hierzu Näheres zu berichten.“

Der neu gewählte Vorstand der Arno-Esch-Stiftung besteht neben der neuen Vorsitzenden aus dem Stellvertreter Dr. Rolando Schadowski, Petra Benkenstein,  Martin Birkholz sowie Melanie Manke und ist daher ein Team aus alten und neuen Mitgliedern.

René Domke (FDP) gehörte zu den ersten Gratulanten und wünschte Frau Preisler und dem gewählten Vorstand viel Glück und Erfolg bei den kommenden Aufgaben.

Arno Esch kam 1944 mit seiner Familie nach Mecklenburg. Bis April 1945 war er Flakhelfer. 1946 begann er ein Studium Jurastudium an Uni Rostock. Esch wurde Mitglied der Liberal-Demokratischen Partei (LDP). Als Jugendreferent der LDP wandte er sich gegen den Leitanspruch FDJ. Der junge Jurist war Pazifist und setzte sich für das Recht auf Kriegsdienstverweigerung ein. Bald geriet Esch ins Visier SED, die in ihm „als Wissenschaftler ebenso wie als Richter eine Gefahr“ erkannte. Am 18. Oktober 1949 wurde er mit 13 weiteren jungen LDP-Mitgliedern aus Mecklenburg verhaftet. Arno Esch wurde im Juli 1950 zum Tode verurteilt und am 24. Juli 1951 in der Lubjanka erschossen. Am 30. Mai 1991 wurde er rehabilitiert.

Die Arno-Esch-Stiftung e.V., Ulmenmarkt 1, 18057 Rostock ist zukünftig auch telefonisch über 038231 4984444 zu erreichen.