Ortsverband Wittow-Jasmund der FDP-Rügen kritisiert Pläne der VVR für den Inselnorden als unausgereift und schädlich

Die VVR hat ihre neuen Fahrpläne vorgestellt, die leider auch viele Orte auf Rügen schlechter stellt. Mit ihren geplanten Streckenerweiterungen stößt sie vor in das Kerngeschäft des bisherigen Kooperationspartners „Kap Arkona-Bahn“ in Putgarten und des „Jagdschlossexpress“ in Binz. „Aufgabe der öffentlichen Hand ist es mit eigenen Unternehmungen dort einzugrei-fen, wo der Markt nicht selber ein ausreichendes Angebot bietet“ so Heidrun Schrahn, neu gewählte Vorsitzende der FDP Rügen. „Hier wird jedoch der offensichtliche Versuch unter-nommen, ohne Rücksicht auf die Belange Dritter, die Finanzlage des kreiseignen Unternehmens VVR zu verbessern.“ Die FDP Rügen hat sich zu dem Fall am 30.Mai 2018 intensiv mit den beiden Unternehmen und der Gemeinde Putgarten beraten.


Im kleinen, verschuldeten Putgarten mit seinen traditionell schmalen dörflichen Straßen ist die Wegebahn wesentlicher Bestandteil eines konsequenten kommunalen Konzeptes zur Verkehrsberuhigung zu Gunsten des Tourismus. „Wir haben aus der Not eine Tugend gemacht: unsere engen Straßen ohne Fußwege erlauben kein gefahrloses Miteinander von Bussen, Kutschen, Radfahrern und Fußgängern. Ca 800.000 Gäste besuchen die Gegend an und um das Kap jährlich. Deshalb ist für uns die kleine Bahn mit umweltfreundlichem Hybrid-Antrieb und ihren Zwischenhaltepunkten das perfekte Verkehrsmittel und ein bewährter Partner. Sollten jetzt Linienbusse fahren, müssten wir massiv in unser Straßen- und Wegenetz investieren. Das können und wollen wir nicht leisten“ so Iris Möbius, Bürgermeisterin von Putgarten.

Die VVR hat die Kap-Arkona-Bahn als Kooperationspartner und bietet seit Jahren die Wege-bahn als Teil des eigenen Streckennetzes an - bis jetzt erfolglos. Ca. 270 000 Besucher des Kaps nutzen die Kap-Arkona-Bahn. Weniger als fünf Prozent kommen mit Touristikanbietern, alle anderen hingegen sind die für Rügen typischen Individualreisenden mit Auto und Rad. Kraftfahrzeuge werden am Ortseingang auf einem aus Fördermitteln finanzierten Großpark-platz mit Empfangsbereich geleitet. Von dort aus erwandern sich die Besucher die vielfältigen touristischen Angebote rund um das Kap, nutzen Kutschen oder eben die Bahn für Teilstrecken. Ein Linienbus z.B. direkt zum Leuchtturm böte keinen Mehrwert.


Uwe Ahlers, Bürgermeister von Dranske, Vorsitzender des Ortsverbandes Wittow-Jasmund der FDP Rügen und Mitglied der FDP-BfS-Fraktion im Kreistag, wird nicht nur dort seinen Ein-fluss geltend machen. Er will die Gemeinde Putgarten und beide Unternehmen in ihren Ge-sprächen mit den Behörden, wo immer möglich, direkt unterstützen: „Wir sind eine Tourismusregion, die auf die Arbeitsplätze und die Gewerbesteuereinnahmen aus einem soliden Mittelstand angewiesen ist.

 

Die VVR zeigt ein höchst fragwürdiges Geschäftsgebaren zu Lasten genau dieser regionalen Leistungsträger und kleinen Kommunen, statt ihrem Versor-gungsauftrag nachzukommen. Das können und dürfen wir so nicht hinnehmen.“ Nach derzeitigem Kenntnisstand habe die VVR zudem keine gesamthafte Wirtschaftlichkeitsbewertung für dieses Unterfangen vorgelegt. „Dies zeigt einen deutlichen Mangel an Verständnis für wirtschaftliche und volkswirtschaftliche Zusammenhänge in der Regionalentwicklung – die Pläne der VVR sind unausgereift und schädlich“ so Ahlers. PM 02/2018