FDP-Rügen lehnt die neuen Pläne der VVR für die Insel ab

Die VVR hat ihre neuen Fahrpläne vorgestellt, welche auf Rügen leider viele Orte schlechter stellt. Gleichzeitig wird mit neuen Strecken gezielt in das touristische Kerngeschäft des bisherigen Partners „Kap Arkona-Bahn“ in Putgarten und des „Jagdschlossexpress“ in Binz vorgestoßen. „Aufgabe der öffentlichen Hand ist es mit eigenen Unternehmungen dort einzugreifen, wo der Markt nicht selber ein hinreichendes Angebot bietet“, so Heidrun Schrahn, neu gewählte Vorsitzende der FDP Rügen. „Hier wird jedoch der offensichtliche Versuch unternommen, ohne Rücksicht auf die Belange Dritter, die Finanzlage des kreiseignen Unternehmens VVR zu verbessern.“ Die FDP Rügen hat sich zu dem Fall am 30. Mai 2018 intensiv mit den beiden Unternehmen und der Gemeinde Putgarten beraten, entsprechende Unterlagen wurden ausgewertet.


Die verschuldete Gemeinde Putgarten mit ihren dörflich schmalen Straßen wurde konsequent mit Fördermitteln im Hinblick auf den Tourismus verkehrsberuhigt und gibt Fußgängern, Fahrradfahrern und Kutschen den Vorrang. Mit der mit Hybrid-Antrieb ausgestatteten Kap-Arkona-Bahn besteht ein langjähriges erfolgreiches Vertragsverhältnis, sie bringt Gäste umweltfreundlich zu den vielfältigen touristischen Angeboten. Zusätzlicher Linienbusverkehr erfordert umfassende Investitionen in den Ausbau der örtlichen Infrastruktur, welche Putgarten zu tragen hätte, ohne das dort überhaupt Bedarf für einen Linienbus besteht.

In Binz bekam nach 20-jähriger Kooperation mit dem „Jagdschlossexpress“ das Unternehmen im März 2018 die Information, die geplante, aus Kurtaxe finanzierte, kostenlose Beförderung von Touristen werde mit neuen Strecken die VVR übernehmen. Ein Gemeindebeschluss 2017 sah jedoch vor, dass dafür moderne elektrische Wegebahnen genutzt werden sollten. 1,2 Mio € waren da vom Jagdschlossexpress dafür schon investiert worden. Wird die Entscheidung zu Gunsten der VVR umgesetzt, bedeutet dies das Ende für das Unternehmen Jagschlossexpress mit seinen 30 Mitarbeitern.


„Wir werden alles daransetzen, unseren Einfluss im Kreistag über die FDP-BfS-Fraktion geltend zu machen, um diesen wirtschaftlichen und politischen Irrsinn zu beenden. Nach unseren Informationen liegt auch keine gesamthafte Wirtschaftlichkeitsbewertung für dieses Unterfangen vor.“ So Heidrun Schrahn. „Es ist schwer nachzuvollziehen, dass für die erhofften Mehrumsätze der VVR billigend in Kauf genommen wird, dass hoch verschuldete Gemeinden in etwas investieren sollen, das sie gar nicht brauchen - und dass im bis jetzt erfolgreichen Mittelstand massive Arbeitsplatzverluste dadurch unausweichlich sind.“ PM 06/2018