ÖPNV neu denken

Zum Antrag „Weichen stellen für künftige Finanzierung des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV)“ erklärt der Landesgeneralsekretär der FDP MV, David Wulff:
Kaum ein Thema bewegt die Bürger von MV in letzter Zeit so wie der Öffentliche Nahverkehr, oder besser: dessen Fehlen. Denn der ländliche Raum von Mecklenburg-Vorpommern ist zunehmend vom öffentlichen Nahverkehr abgeschnitten. Auch der Landtag befasst sich in dieser Sitzungswoche erneut mit diesem Thema. Doch auch die vorliegende Forderung nach einem Grundangebot und Mindestbedienstandards ist keine Lösung, sondern eine Zementierung des Status Quo. Eine wirkliche Lösung erfordert es, den ÖPNV in MV gänzlich neu zu denken.

Solange der ÖPNV auf dem Land nichts weiter als Schülerverkehr ist, lässt sich der ländliche Raum auch nicht wieder erschließen. Ein erster Schritt in die richtige Richtung wäre es also, Schüler- und Personenverkehr als voneinander getrennte Themen zu behandeln. Ein erfolgreicher ÖPNV ist nur durch eine hohe Taktung und Zuverlässigkeit möglich. Um eine hohe Taktung auch finanziell sicherstellen zu können, müssen die Verbindungen auf den Hauptverkehrsachsen des Landes konzentriert werden. Aus den umliegenden Dörfern kann dann durch alternative Verkehrskonzepte, wie den Ruf- oder Bürgerbus, der Zubringerverkehr zu diesen Hauptachsen organisiert werden. Um als Konkurrenz zum Privatfahrzeug wahrgenommen zu werden, dürfen die Reisezeiten mit Bus und Bahn nicht wesentlich länger sein, als mit dem Privatfahrzeug. PM 2018-029