Schiffs-Emissionen bis 2050 senken

Anlässlich des Beschlusses der Internationalen Seeschifffahrts-Organisation (IMO), die Schiffs-Emissionen bis 2050 deutlich zu senken, erklärt der Beauftragte für die maritime Wirtschaft in der FDP-Bundestags-fraktion Hagen Reinhold, MdB:
„Das Schiff ist und bleibt das energieeffizienteste Transportmittel. Im Vergleich der Verkehrsträger erzeugen Schiffe pro km und Ladungseinheit fast 5x weniger CO2 als die Bahn, 13x weniger als LKW und 100x weniger als Flugzeuge. Wir Freien Demokraten wollen den technologischen Wandel der Seeschifffahrt mit konstruktiven Vorschlägen begleiten. Unter anderem fordern wir einen EEG-freien flächendeckenden Landstrom. Wir wollen bei den Schiffsemissionen darauf achten, dass die neuen Regeln, die solche Investitionen erfordern, weltweit gelten und Deutschland wettbewerbsfähig halten.

Darum ist es sehr erfreulich, dass sich die internationale Seeschifffahrt mit der Verabschiedung einer weltweiten Treibhausgasstrategie während des 72.MEPC-Meetings der IMO (UN) ambitionierte, aber erreichbare Ziele gesetzt hat. Sie ist für etwa zwei Prozent des globalen CO2-Ausstoßes verantwortlich, also in der Größenordnung Deutschlands. Mit der weltweiten Regelung entfällt die Begründung für regionale Sondervorschriften, die die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen und europäischen Seeschifffahrt bedrohen würden.
Die Grenzwerte für Emissionen (z.B. SOx, NOx) wurden in jüngster Zeit bereits mehrfach drastisch verschärft, was bereits signifikante Investitionen notwendig machte. Die nun vereinbarte 50%tige Reduktion der jährlichen Treibhausemissionen des Sektors im Vergleich zu 2008 ist eine große Herausforderung – vor allem wenn man sich vor Augen hält, dass der Welthandel jährlich um ca. 5% wächst und davon ca. 90% mit über heute 50.000 Seeschiffen transportiert wird. Um dem gerecht zu werden, müssen in den kommenden Jahren noch mehr als bisher neue Antriebsarten, innovative Treibstoffe und Betriebsmodelle umgesetzt werden. Daraus können sich gute Perspektiven für deutsche Werften und Zulieferer ergeben, es sind aber auch erhebliche weitergehende Anstrengungen in Forschung + Entwicklung notwendig, die die Bundesregierung durch entsprechende Initiativen und Mittel begleiten muss.“