Berechtigte Kritik aus unberufenem Munde

Zur Kritik an der Verteilung von Parteiwerbemitteln in einer Kindertagesstätte durch den AfD-Landtagsabgeordneten Jürgen Strohschein erklärt der FDP-Landesvorsitzende René Domke:

Die Kritik der SPD an der Verteilung von in AfD-Bonbonpapier eingewickelte Süßigkeiten ist berechtigt: politische Werbung hat in Bildungseinrichtungen nichts verloren. Doch kommt die berechtigte Kritik aus unberufenem Munde. Die damalige SPD-Spitzenkandidatin Manuela Schwesig tourte im Bundestagswahlkampf 2013 durch allerlei Bildungseinrichtungen, u. a. zwei Grundschulen in Schwerin.

Die Gelegenheit Werbematerialien der SPD zu verteilen, ließ die heutige Ministerpräsidentin damals ebenfalls nicht ungenutzt verstreichen und verteilte Werbebriefe in eigener Sache an Eltern und Großeltern von frisch eingeschulten Erstklässlern. Insofern kann man der SPD für ihre neue Einsicht, dass Bildungseinrichtungen politisch neutraler Boden zu sein haben, gratulieren und auch der AfD dieselbe Einsicht wünschen. Dennoch gilt: wer den unbedachten Umgang mit Parteiwerbung bei anderen skandalisiert, der sollte besser selbst eine reine Weste haben. PM 2018-020