Zur heutigen Bundestagsdebatte zum kostenlosen öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) sowie den Forderungen von SPD-Landratskandidat Stefan Kerth im Landkreis

Vorpommern, äußert sich der FDP-Bundestagsabgeordnet Hagen Reinhold:

 

„Der Vorschlag eines kostenlosen ÖPNV ist ein panischer Schnellschuss der Bundesregierung in der Debatte um die Einhaltung von Luftwerten in deutschen Innenstädten. Dass der Landratskandidat Stefan Kehrt auf den populistischen Zug aufspringt, hilft den Menschen im Landkreis Vorpommern-Rügen nicht weiter. Im Gegensatz zu den großen Städten in Deutschland, wie Stuttgart oder Hamburg, gibt es im Landkreis Vorpommern-Rügen kein Problem mit der Luftreinhaltung durch den Straßenverkehr.
Statt des Ticketpreises sollte der Landkreis lieber das Netz und die Taktung des ÖPNV in den Blick nehmen. In weiten Teilen des Landkreises Vorpommern-Rügen reichen die derzeitigen ÖPNV-Angebote nicht aus, um mehr Menschen für den öffentlichen Personennahverkehr zu begeistern.

Insbesondere viele Dörfer sind inzwischen von einem regelmäßigen Anschluss abgeschnitten. Die Menschen, gerade im ländlichen Raum, brauchen ein ÖPNV-Angebot das zum einen den täglichen Weg zur Arbeit und Schule abdeckt, zum anderen Ärzte, Einkaufsmöglichkeiten und Freizeitangebote erreichbar macht.
Zu einer ehrlichen Debatte gehört aber ebenso, dass auch ein ticketloser ÖPNV Geld kostet, welches dann über Steuern oder Abgaben eingetrieben werden muss. Allein im Landkreis Vorpommern-Rügen wären das knapp 14. Mio. Euro im Jahr – ohne nur ein einziges Dorf mehr an das ÖPNV-Netz angebunden zu haben.