Größere Abstände von Windkraftanlagen bremsen Energiewende nicht aus!

Zur jüngsten Landtagsdebatte über Mindestabstände für Windkraftanlagen erklärt der stellvertretende Landesvorsitzende der Freien Demokraten. Michael vom Baur:

„Minister Pegel hört sich manchmal eher wie ein Lobbyist der Windpark-Entwickler denn als ein verantwortungsvoller Landespolitiker an, der die Interessen aller Landeskinder im Blick hat. Zudem benutzt er unzutreffende Totschlagargumente: auch mit größeren Mindestabständen zwischen Windmühlen und Wohnbebauung, etwa wie in Bayern oder NRW, könnte noch ein Mehrfaches des existierenden Anlagenparks hinzugebaut werden.“


Die rot-schwarze Landesregierung erklärte in der aktuellen Landtagsdebatte durch Minister Pegel, dass der Ausbau der Windenergie durch größere Mindestabstände von Windkraftanlagen zur Wohnbebauung zum Erliegen komme. Das ist schlicht falsch: die Auswertung der Potentialanalyse des Umweltbundesamts (UBA) von 2013 zeigt, dass z.B. auch bei einem Mindestabstand wie von 1500 m (wie jetzt von der neuen Landesregierung in NRW vorgesehen) noch mindestens das 4-fache des heute schon existierenden Windkraft-Bestandes hinzugebaut werden könnte. Von einem „zum Erliegen kommen“ kann also keine Rede sein.

Die „weiter-so“-Stellungnahmen von SPD und CDU im Landtag machen allerdings deutlich, dass diesen Parteien die Nöte der Betroffenen ebenso wie die ständig steigenden Kosten für Verbraucher und Betriebe im Land ziemlich egal sind. Die von diesen Parteien gebildete Landesregierung will offenbar gegen die in jüngster Zeit immer deutlicher artikulierten Interessen von Anwohnern, Tourismus und Naturschutz fast 70% mehr Windkraftkapazität aufbauen lassen, obwohl niemand auf noch mehr Windstromböen aus MV wartet. Das ist kein sinnvoller Beitrag zur Energiewende, sondern landespolitischer und volkswirtschaftlicher Unsinn! Bis ausreichende Nutzungs- und Speichermöglichkeiten für die Stromüberschüsse vorhanden sind, sollten keine weiteren Onshore-Windkraftanlagen in MV errichtet werden!

In MV wurde nämlich bereits 2016 doppelt so viel Strom erzeugt, wie im Land verbraucht wurde, davon 70% aus Wind, Sonne und Biomasse. 60% der exportierten erneuerbaren Strommenge wurde allerdings innerhalb von nur 12% der Jahresstunden an die Börse gebracht, „Stromböen“ die niemand haben will und die daher meist verschenkt oder gar mit Zuzahlungen im Ausland
„entsorgt“ werden müssen. Ein weiterer Zubau von Windkraftanlagen wird diese bisher nicht sinnvoll nutzbaren Stromspitzen noch verstärken, wenn nicht vorher wirtschaftlich sinnvolle Nutzungsmöglichkeiten dafür entwickelt und gebaut werden. Die durch den Anschluss von immer mehr erneuerbaren Stromproduzenten verursachten hohen Netzumlagen tragen private Verbraucher und Betriebe über höhere Strompreise, die mittlerweile in MV das höchste Niveau in Deutschland erreicht haben und MV zunehmend zu einem unattraktiven Standort für energieintensive Unternehmen machen.“

Wir Freie Demokraten fordern bundesweit einen Neustart der Energiewende, die Abschaffung des EEG und ein Ende der Subventionen für neue Anlagen. In Mecklenburg-Vorpommern sollten wir in einer ehrlichen Bilanz überprüfen, ob das Konzept „Energieland No.1“, so wie es bisher von der Landesregierung durchgezogen wird, den Interessen aller Bürger und der Wirtschaft im Lande mehr schadet oder nutzt, und ob ein weiterer Windkraftausbau den dadurch erzeugten wachsenden Unfrieden im Land wert ist. PM 2018-014