Kommunale Alleingänge bei der Zulassung von Pflanzenschutzmitteln sind nicht zielführend

 Zur Absicht der Hansestadt Rostock als erste Kommune in Mecklenburg-Vorpommern die Anwendung des Wirkstoffes Glyphosat auf ihren Flächen zu verbieten, erklärt der Agrarpolitische Sprecher und Stellvertretende Landesvorsitzende der FDP M-V, Daniel Bohl:
Die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln, muss zum Schutz von Natur und Umwelt, Mensch und Tier ausschließlich auf der Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse erfolgen. Dabei müssen die politisch Handelnden ihre Entscheidungen an den Ergebnissen der wissenschaftlichen Untersuchungen sowie den Empfehlungen der zuständigen Zulassungs- und Bewertungsbehörden auszurichten.
Das gilt auch für den Umgang mit der EU-Entscheidung zur Verlängerung der Zulassung von Glyphosat.

Glyphosat im Speziellen hat gegenüber Mensch und Tier nur eine geringe Giftwirkung und ist nach internationalen toxikologischen Bewertungsstandards beispielsweise weniger toxisch als Kochsalz oder Backpulver. Kommunale Alleingänge im weiteren Verfahren zur Zulassung von Pflanzenschutzmittel, wie jetzt in der Hansestadt Rostock geschehen, sind nicht zielführend.
Dass gerade eine Universitätsstadt sich nicht an wissenschaftliche Maßstäbe hält und den Einsatz eines Wirkstoffes untersagen möchte, dem die zuständigen wissenschaftlichen Einrichtungen bei fachgerechter Anwendung seine Unbedenklichkeit bescheinigt haben, ist absurd.

 

Die Entscheidung der Stadt, Glyphosat wegen angeblich ungeklärter schädigender Wirkungen zu verbieten, ist populistisch. Würde man die Stadt in ihrer Argumentation und Sorge ernst nehmen, müsste sie schon längst den Seehafen geschlossen haben, denn der Dieselruß, den die Schiffe ausstoßen, ist unstrittig krebserregend. 


Spannend bleibt aber auch die Antwort auf die Frage, mit welchem für Gesundheit und Artenvielfalt unbedenklichen Verfahren die Bahngleise im städtischen Überseehafen zukünftig unkrautfrei gehalten werden sollen. PM 2018-003