Sicherheit ja - aber um welchen Preis?

Angesichts der jüngsten Ausschreitungen beim Spiel von Hansa Rostock und Herta BSC Berlin und der vom Innenminister angekündigten Einführung von Gesichtserkennungssystemen äußert sich der FDP-Landesvorsitzende René DOMKE:

Biometrische Zugangssysteme können sinnvoll sein, da sie sehr treffsicher zwischen gewünschten und unerwünschten Gästen unterscheiden können. Sie arbeiten in der Regel sehr datensparsam, da sie nur die Bilder gesperrter Gäste gespeichert haben. Allerdings muss absolut sichergestellt sein, dass bei allen anderen Gästen die biometrischen Merkmale sofort wieder gelöscht werden. Diese Systeme müssen von Datenschutzbeauftragten freigegeben und bei Einführung aber auch im späteren Betrieb überprüft werden.

Zudem ist transparent zu machen, nach welchen Kriterien eine Sperrdatei angelegt wird und für welche Dauer die Daten erhoben werden. Auch muss geläuterten Randalierern der Weg zu einer Streichung von der Sperrliste eröffnet werden.  Diese biometrischen Systeme sind in der Regel sehr teuer. Der Innenminister kann also nicht nur den Vorschlag in den Raum werfen, er muss Farbe bekennen, wer die Kosten trägt:  der Verein, die Stadt oder das Land?
Ferner gilt es zu bedenken, dass der Einsatz menschlicher Kontrolleure in Form von Polizisten oder Sicherheitspersonal nicht zu ersetzen ist. Offen bleibt wie immer die Frage, wie bei allen Kontrollen immer wieder Pyrotechnik und Gefahrgut in das Stadion gelangt. Was nützen die besten Einlasskontrollen, wenn das Ziel der Kontrollen durch undichte Stellen im Sicherheitssystem konterkariert wird? PM 2017-042