Pläne für Windräder in Sondergebieten: FDP fordert Stopp

Pläne für Windkraftanlagen außerhalb der ausgewiesenen Windeignungsgebiete sorgen vielerorts für Verdruss. Die FDP fordert von der Landesregierung, keine Sondergenehmigungen mehr zu erteilen. 

 

Windkraft-Investoren wollen in Mecklenburg-Vorpommern nicht nur in den behördlich ausgewiesenen Eignungsgebieten Strommühlen errichten. Bisher haben sie 14 Anträge zum Bau von 150 Windkraftanlagen außerhalb dieser Areale gestellt, wie das Energieministerium in Schwerin mitteilte. Die FDP forderte die Landesregierung auf, keine Sondergenehmigungen mehr zu erteilen.

Die sogenannten Zielabweichungsverfahren sorgen in betroffenen Regionen häufig für Ärger, zuletzt in der Barockstadt Ludwigslust. Die benachbarte Gemeinde Wöbbelin will wenige Kilometer von Schloss und Schlosspark entfernt vier jeweils rund 200 Meter hohe Windräder außerhalb eines Windeignungsgebietes errichten. Dabei will sie den Weg über eine Sondergenehmigung gehen.

 

Der Energieexperte der Landes-FDP, Michael vom Baur, sprach sich dagegen aus, jedes Windkraftprojekt im Land durchzupuschen. „Die Windkraftanlagen erzeugen schon heute oft mehr Strom, als irgendjemand abnehmen will“, sagte er. Das Weltklima merke gar nichts von den Klimaschutzbemühungen im Nordosten. „Mecklenburg-Vorpommern stößt jährlich elf Millionen Tonnen Kohlendioxid aus, allein in China sind es 28 Millionen Tonnen am Tag.“


Vom Baur verwies auch auf die hohen Netzkosten, die mit steigender Windstromproduktion immer weiter wüchsen und den Standort damit für Gewerbe und Haushalte immer teurer machten. Er forderte die Landesregierung auf, keine Sondergenehmigungen mehr zu erteilen. „Es ist keinem zuzumuten, dass immer größere Teile von MV in Industrieparks für Windkraftanlagen verwandelt werden, deren Strom an vielen Tagen niemand haben will“, sagte vom Baur.

Quelle: dpa/mv (Veröffentlichung in der SVZ und OZ am 28.02.2017)