Die Binnenschifffahrt modernisiert sich weiter

Gesine Meißner, verkehrspolitische Sprecherin der liberalen Fraktion, zur heutigen Abstimmung über ihren Bericht zu Ausbildungsvorschriften in der Binnenschifffahrt:


"Heute herrscht, was die Qualifikationen von Binnenschiffern angeht, ein einziger Flickenteppich auf Europas Flüssen. Die Wasserschutzpolizei sagt, sie kann bei der Vielzahl der Zeugnisse in allen möglichen Sprachen nicht mehr überprüfen, ob das Personal an Bord überhaupt ausreichend ausgebildet ist. Das ist ein Problem, wenn man sich zum Beispiel den dichten Verkehr auf dem Rhein anschaut. Ein Zusammenstoß mit einem Tankschiff mitten in Köln möchte niemand erleben.

 

Mit europaweit einheitlichen Ausbildungsstandards und Zeugnissen für Matrosen, Vollmatrosen, Steuermänner und Schiffsführer wird die Binnenschifffahrt sicherer werden. Auch der Zugang für Quereinsteiger aus der Seeschifffahrt oder anderen maritimen Berufen wird erleichtert. Der Sektor hat nämlich ein akutes Nachwuchsproblem, das durchschnittliche Alter der Binnenschiffer liegt heute bei 55 Jahren. Durch die gemeinsamen Standards und Zeugnisse, die auf dem gesamten Binnenwassernetz der EU gelten sollen, können Binnenschiffer in Zukunft auch ohne Probleme einen Job im Nachbarland annehmen.


Europas Flüsse bieten noch viel ungenutztes Potenzial für den Güterverkehr und auch Flusskreuzfahrten sind beliebt wie nie. Deswegen freue ich mich besonders, als Berichterstatterin für die neuen Ausbildungsstandards an der Modernisierung des Sektors mitzuarbeiten."


Nach der Abstimmung heute im Verkehrsausschuss werden in Kürze die Trilogverhandlungen mit der slowakischen Ratspräsidentschaft starten. Der Ministerrat hat seine Position zu dem Dossier bereits im Juni angenommen.