Für einen frischen Wind im Norden

Beim Sommerfest der FDP Rügen haben sich Freie Demokraten aus Land und Bund auf die heiße Phase des Wahlkampfs eingestimmt und Konzepte für die Zukunft des Landes vorgestellt. In ihrem Grußwort rief Spitzenkandidatin Cécile Bonnet-Weidhofer dazu auf, die verbleibenden Tage bis zur Wahl am 4. September zu nutzen, um mit allen Parteifreunden gemeinsam auf die Straße zu gehen und die Menschen davon zu überzeugen: MV braucht eine liberale Stimme im Landtag, die für beste Bildung, attraktive Daten-, Energie- und Verkehrsnetze sowie eine starke Wirtschaft für sichere Arbeitsplätze einsteht. Auch FDP-Bundeschef Christian Lindner zeigte Konzepte für die Zukunft des Landes auf.

 

In ihrer Ansprache plädierte Bonnet-Weidhofer für eine mutigere, zukunftsorientierte Landespolitik. "Wir wollen aus MV ein Land der Chancen machen, in dem jeder sich entfalten kann", verdeutlichte sie. Es gehe darum, die Bürger in die Lage zu versetzen, ihre Potenziale zu realisieren – unabhängig von Herkunft, Alter oder Geschlecht.

 

Die Freidemokratin verwies auf ein Zitat von Charles Duell, dem einstigen Chef des US-Patentamtes: "Es gibt nichts Neues mehr. Alles, was man erfinden kann, ist schon erfunden worden." Eine Einschätzung, die aus dem Jahr 1899 stammt. "Ich kenne diesen Mann nicht, ich weiß nicht, wie er aussieht, aber ich könnte ohne große Anstrengung mir vorstellen, dass er dieselben Gesichtszüge hat wie Sellering oder Caffier", verpasste sie der rot-schwarzen Landesregierung einen Seitenhieb. Genau diese verknöcherte Einstellung wollten die Freien Demokraten mit viel Tatendrang und neuen Ideen bekämpfen. Hierfür seien deutliche Fortschritte im Bildungsbereich sowie attraktivere Bedingungen für die hiesige Wirtschaft notwendig.

Neues Denken ist ein Vorteil

Auch Lindner betonte, dass mehr Wagnisbereitschaft und Weltoffenheit dem Landtag gut täten. Er erzählte in diesem Zusammenhang von einem Gespräch mit der politischen Konkurrenz in Berlin, in dem der Gesprächspartner gemeint habe: Die FDP-Spitzenkandidatin in Mecklenburg-Vorpommern sei eine ganz charmante, interessante Frau, aber keine echte Politikerin, sondern – skandalös – eine Quereinsteigerin.

Lindner machte glasklar: "Für andere mag es ein Makel sein, dass eine Spitzenkandidatin der FDP nicht schon X Jahre Ministerin oder Abgeordnete gewesen ist." Für die Freien Demokraten hingegen sei dies kein Makel: "Wir glauben, dass das dem Parlament gut tut, wenn nochmal frischer Wind von neuen Leuten mit neuem Denken eingetragen wird."