1.Liberales Kamingespräch mit Wolfgang Gerhardt

Beim 1. Liberalen Kamingespräch der FDP Binz im Grand Hotel konnten der Kreisvorsitzende der Liberalen und Landtagskandidat Sven Heise und der neue Ortsvorsitzende Patrick Meinhardt gleich einen hochkarätigen Referenten begrüßen: den ehemaligen FDP-Bundes- und Fraktionsvorsitzenden und heutigen Vorstandsvorsitzenden der Friedrich-Naumann-Stiftung der Freiheit Dr. Wolfgang Gerhardt. Mit diesem Auftakt wollen Heise und Meinhardt eine neue Veranstaltungsreihe der FDP in Binz starten.
Unter dem Titel: "Warum liberal ?" forderte Gerhardt die Liberalen auf, nicht auf einfache Antworten zu setzen, sondern im persönlichen und direkten Kontakt zu den Bürgern auch den Mut zu haben, komplexe Sachverhalte als solche in einer klaren Sprache darzustellen. "Wir dürfen uns nicht immer von einem tagespolitischen Ereignis zum nächsten treiben lassen. Genau das Gefühl haben viele Menschen, dass Politik nicht aufgrund von Visionen und Zielen sondern aus der Situationen heraus kurzfristig agiert. Hier ist die Aufgabe von uns Liberalen, Antworten mit den Bürgern zu entwickeln, statt einfache und plakative Sprüche anzubieten, die kein einziges Problem lösen."

Gerhardt zeigte dies für verschiedene Politikfelder auf. Wenn eine Landesregierung im Wahlkampf 500 neue Polizeistellen verspricht, die letzten Jahre jedoch 1.000 Personalstellen abgebaut hat, wird dies nicht zum gewünschten Erfolg führen, weil sich die Bürger nicht für dumm verkaufen lassen. Wenn wir seit Jahren ein Einwanderungsgesetz vor uns herschieben und dann in der aktuellen Flüchtlingslage so tun, als ob dies jetzt eine neue Gestaltungsidee ist, müssen wir uns nicht wundern, dass Bürger solch eine Politik nicht mehr ernst nehmen. Wenn wir in der Bildung nur noch über Strukturen diskutieren, statt zu erkennen, dass nur gemeinsame Standards und möglichst viel Freiheit in der Umsetzung für die Schule vor Ort notwendig ist, vermitteln wir den Menschen das Gefühl, dass es nicht um ihre Kinder geht. Eine gute Bildungspolitik ist die wichtigste Sozialpolitik, die wir anbieten können.


Wolfgang Gerhardt formulierte es in einem dringlichen Schlussappell: "Die Menschen brauchen auch unterschiedliche politische Konzepte, über die sie abstimmen können und nicht sich immer mehr angleichende Angebote von sogenannten Volksparteien. Und in diesem Angebot muss es eine Partei geben, die den Menschen zutraut ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen und dafür Politik zu machen. Deswegen ist es gut, dass die Bürger auf Rügen mit Sven Heise einen jungen Landtagskandidaten haben, der genau das ausstrahlt."