Folgen des Verbots der insektiziden Beize im Raps fachlich und sachlich bewerten

Anlässlich der Forderung des Landesbauernverbandes MV nach der Wiederzulassung der insektiziden Rapsbeize erklärt der agrarpolitische Sprecher der FDP Mecklenburg-Vorpommern, Daniel BOHL:

 

Für uns Freie Demokraten steht fest, dass Pflanzenschutzmittel, zu denen auch die Beizen gehören, nur sach- und fachgerecht eingesetzt werden dürfen.
Die Zulassung der insektiziden Rapsbeize hatte die EU vor zwei Jahren ausgesetzt, da negative Auswirkungen auf die Bienen befürchtet wurden. Nach der fast abgeschlossenen Rapsernte in Mecklenburg-Vorpommern und den sich abzeichnenden Einbrüchen bei den Rapserträgen, gilt es, zügig Bilanz zu ziehen, was die zweijährige Aussetzung der insektiziden Beize gebracht hat.

Auf der einen Seite stehen deutlich geschädigte Rapsbestände, erhebliche Ertragsausfälle und ein höherer Insektizideinsatz im Raps über die Feldspritzen, sowie die damit verbundene Förderung von Resistenzbildungen, insbesondere beim Rapserdfloh. Auf der anderen Seite stehen die Ergebnisse von in Mecklenburg-Vorpommern durchgeführten Großflächenversuchen über die Auswirkung dieser Saatgutbehandlung auf die Bienen, die zu dem Ergebnis gekommen sind, dass diese Rapsbeize keine negativen Auswirkungen auf die Bienen hat. Auch an anderen Orten durchgeführte entsprechende Versuche des Julius-Kühn-Institutes bestätigen diese Ergebnisse.
Nach der fachlichen und sachlichen Bewertung dieser Ergebnisse können wir die Forderung des Landesbauernverbandes nur unterstützen. Die Folgen des Beizverbotes sind nicht nur für die Landwirte, die bis zu 500 EURO je Hektar an Erlösen einbüßen, sondern auch für die Umwelt durch den höheren Insektizideinsatz über die Feldspritze negativ.
In einer Landtagsdebatte im November 2014 haben die Regierungsparteien SPD und CDU die Folgen des Verbots der Rapsbeize beklagt. Letztendlich wurden aber nur Krokodiltränen vergossen, denn gehandelt wurde nicht. PM 2016_106