Mi

13

Jul

2016

MEISSNER zu Abgaswerte von PKW: Nur reale Tests sichern Gesundheit und Verbraucherschutz

Im Abgasuntersuchungsausschuss wurden heute in Brüssel mit Renault und VW zwei große europäische Automobilhersteller angehört. Europaabgeordnete Gesine Meißner, umweltpolitische Sprecherin der FDP, kommentiert die Ergebnisse: „Ich habe den Eindruck gewonnen, dass Volkswagen seine Hausaufgaben macht, und zwar gründlich. Der Betrug hat dem Vertrauen der Verbraucher sehr geschadet und ist auch nicht schön zu reden. Dennoch muss man die Aufarbeitung des Automobilherstellers anerkennen. Es heißt nun nach vorn schauen und dafür zu sorgen, dass sich solche Fehler nicht wiederholen. VW hat heute mehr zur Erhellung beigetragen als Renault, das muss bei aller berechtigten Kritik anerkannt werden.“

Viele Fragen der Abgeordneten drehten sich um die Messung der Abgaswerte und um die Genauigkeit der Testverfahren. Klar wurde, dass die 180 mg NOx aus Labortests 600 mg Realausstoß auf der Straße entsprechen und damit deutlich über dem vorgeschriebenen Grenzwert liegen - Experten war dies klar, den Käufern nicht. Hierzu Meißner weiter: „Es hat sich wieder  bestätigt: Wir brauchen schnellstmöglich ein neues Testverfahren, dass die realen Fahrzeugemissionen widerspiegelt. Wir haben schon viel zu viel Zeit verloren.“
 
Der nichtständige Untersuchungsausschuss wurde im April dieses Jahres ins Leben gerufen um zu untersuchen, welche Fehler seitens der Behörden und Kommission bei der Abgasmessung von Kraftfahrzeugen seit Inkrafttreten der entsprechenden Verordnung 2007 gemacht wurden. Der Ausschuss besteht zunächst für ein Jahr. Anfang 2017 soll ein Berichtsentwurf vorgelegt werden, der die Ergebnisse der Untersuchungen zusammenfasst und Empfehlungen ableitet. Rechtlich bindend sind diese jedoch nicht.