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10

Jun

2016

Große Koalition zeigt zu wenig Respekt vor dem Lehrerberuf!

Anlässlich der aktuellen Landtagsdebatte über den Lehrermangel erklärt die Spitzenkandidatin der FDP M-V zur Landtagswahl, Cécile BONNET-WEIDHOFER:

 

Wir müssen Lehrer dazu bringen, in Mecklenburg-Vorpommern zu bleiben oder hierher zu kommen. Das erreichen wir aber nur, wenn wir zu den anderen Bundesländern aufschließen und gleiche oder sogar bessere Bedingungen schaffen. Junge Lehrer überlegen es sich zweimal, ob sie unser Bundesland verlassen, wenn wir ihnen beispielsweise ein besseres Arbeitsumfeld als andere Länder anbieten können. Wir dürfen jetzt allerdings nicht versuchen, mit Hauruck-Aktionen Fehler der Vergangenheit auszumerzen. Wir müssen wohlüberlegt handeln.

Unsere Kinder brauchen die beste Bildung – das ist nur dann möglich, wenn Lehrer sich auch während ihres Berufslebens ständig weiterbilden. Deswegen fordern wir, dass die Schulleitungen gemeinsam mit ihren Lehrern Fort- und Weiterbildungsvereinbarungen treffen. Junglehrer brauchen eine Betreuung in ihren ersten Berufsjahren – wir können uns hier auch ein überschulisches Konzept vorstellen.
Studium und Referendariat müssen praxisorientierter werden, damit angehende Lehrer optimal auf den Beruf vorbereitet werden. Pädagogisch-psychologische und didaktische Seminare müssen umgehend in den Studien- und Referendariatsplan aufgenommen werden.

 

Mit grundlegenden und prozessbegleitenden Fortbildungen können wir auch dem Thema Inklusion begegnen.

Das Aufgabengebiet von Lehrern muss neu zugeschnitten werden: Computertechnik auf dem neuesten Stand zu halten oder Materialsammlungen anzulegen gehört in anderen Ländern längst nicht zu den Aufgaben der Lehrer. Außerdem muss die aufwändige Arbeit mit Schülern und Eltern höhere Priorität haben und auf mehr Anerkennung stoßen.

Weitere Anreize, um den Lehrermangel zu bekämpfen und die beste Bildung für Mecklenburg-Vorpommern zu sichern sind unserer Ansicht nach leistungsabhängige Zulagen und Aufstiegsmöglichkeiten, eine Begrenzung der Unterrichtsverpflichtung von Lehrern aller Schularten auf 25 Stunden je Woche, bessere Qualifizierungsangebote für Quer- und Seiteneinsteiger, zusätzliche Weiterbildungsmaßnahmen zur Erweiterung der Lehramtsabschlüsse durch mehr Fächer, Umschulungen für Lehrer, die die falschen Fächer gewählt haben. PM 2016_072