Nach der nuklearen Katastrophe in Fukushima beschloss die Bundesregierung den Umstieg auf die regenerativen Energien. Diese Entscheidung war zwar gut gemeint, aber sie geht an der globalen Realität vorbei. Tatsache ist, dass die Zahl der Menschen alle 12 Jahre um eine Milliarde steigt. Ein Drittel lebt in ärmsten Verhältnissen und kann seinen Energiebedarf nur aus preiswerten Energiequellen wie der Kohle decken. Solar- und Windenergieanlagen sind für diese Menschen unerschwinglich. In China allein geht jede Woche ein neues Kohlekraftwerk ans Netz. Die deutsche Energiewende wird keinen Einfluss auf die globale CO2 Bilanz haben, da Deutschland allein viel zu klein ist. Auch werden die meisten anderen Länder dem "Vorbild" Deutschlands nicht folgen können, da sie zu arm sind. Die Energiewende wird also keine globalen Folgen haben, aber sie wird sich auf die Bürger in Deutschland auswirken. Die hohen Kosten und die niedrige Produktivität der erneuerbaren Energien werden zu einem Sinken des Lebensstandards führen. Im Mittelalter beruhte die Wirtschaft ausschließlich auf den regenerativen Energien Biomasse, Wasser und Wind, aber für die Versorgung einer modernen Exportnation im globalen Wettbewerb genügen diese Energien nicht. Die Energiewende ist im wörtlichen Sinn eine "Wende": eine Wende zurück in die Vergangenheit.
Gerd Ganteför ist Professor für Experimentalphysik an der Universität Konstanz und Research Professor an der Johns Hopkins University in Baltimore. Sein eigentliches Forschungsgebiet ist die Nanotechnologie. Daneben ist er Autor eines populärwissenschaftlichen Buches, das die drei Themen Klima, Energie und Bevölkerung nicht isoliert, sondern ganzheitlich betrachtet. Die Hauptthese des Buches ("Ganteför-Dreieck") wurde z.B. unlängst in der ZDF-Sendung "Das Philosophische Quartett" mit den Philosophen P. Sloterdijk und R. Safranski kontrovers diskutiert. (http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/19/0,1872,8375571,00.html)
Eine zweite Veranstaltung findet am 24. Januar ab 19.00 Uhr im Radisson Blu Hotel in Neubrandenburg statt.







