Verkehr auf deutschen Autobahnen künftig im "Trabant-Tempo" schleichen zu
lassen, zeigen die Grünen zum wiederholten Male, dass sie eine Partei für
wohlhabende und stressfrei lebende Großstadtbewohner sowie für eine bestimmte
Umweltverbandsklientel sind, der die wirtschaftlichen und logistischen
Realitäten in einem Flächenland eher fremd, wenn nicht egal sind.
In Mecklenburg-Vorpommern sind Handwerk und Gewerbe von den Autobahnachsen
A14, A19 und A 20 abhängig, diese Lebensadern haben wesentlich
zum Zusammenwachsen und zum Aufschwung unseres Landes beigetragen.
Jeder, der sich noch die Ost-West-Verbindung entlang der Küste vor der Eröffnung
der A20 erinnert, kann das bestätigen. Ein Tempolimit auf den gut ausgebauten
Autobahnen würde vielen Handwerkern, Monteuren, Lieferanten, Kurieren,
Vertretern, Geschäftsleuten und Flughafenpendlern zusätzliche Arbeitszeiten
bis zu einer Stunde pro Tag aufbürden, ohne dass sie damit einen wesentlichen
Beitrag zu einer Eindämmung des Klimawandels leisten würden.
Die grüne Verheißung von "neuen, intelligenten Verkehrsformen" wie Schienenverkehr
und Elektromobilität kann angesichts der Bahnverbindungen sowie
der geografischen und logistischen Gegebenheiten für Mecklenburg-
Vorpommern auf lange Sicht nur als realitätsfern bewertet werden. Ein Tempolimit
würde Menschen und Wirtschaft in M-V aber sofort treffen. Es wäre damit,
ohne dass ein nachweisbarer Effekt auf das Klima erzielt wird und ohne
dass Alternativen für die gebremsten Verkehrsverbindungen in Sicht sind, eine
ungerechtfertigte wirtschaftliche Belastung.
Wie schon bei der Idee, den zukünftigen Verkehr anstelle einer ausgebauten
A14 auf eine Landstraße zu verlagern, zeigen die Grünen, dass sie keinerlei
zukunftsgerichtete Ideen für ein mobiles und wirtschaftlich starkes Mecklenburg-
Vorpommern haben.
PM 18-11 vom 10. März 2011







