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  • Greifswalder Forschung darf nicht unter Atomausstieg leiden

    (28.07.2011) (ha) Die Energiewende ist seit Wochen das Thema Nummer eins. Sorge bereitet der energiepolitischen Sprecherin der FDP-Landtagsfraktion, Sigrun Reese, dass im Zuge des unumkehrbaren Ausstiegs aus der Atomenergie in Mecklenburg-Vorpommern wertvolle Forschung auf der Strecke bleibt. Sie besuchte Ende Mai darum das Max-Planck-Institut für Plasmaphysik in Greifswald. Ihr besonderes Augenmerk richtete sich dabei auf die Anlage Wendelstein 7-X.

Der wissenschaftliche Leiter des Fachbereiches Stellaratortheorie, Per Helander, führte die FDP-Abgeordnete durch die Forschungseinrichtung. Seit dem Jahr 2000 wird in Greifswald Wendelstein 7-X für den künftigen Betrieb aufgebaut. „Ziel ist es, eine künstliche Sonne zu erzeugen und deren Energie zu nutzen. Mit dem Projekt soll es gelingen, ein Vielfaches an Energie zu erzeugen, als ursprünglich in den Prozess hinein gegeben. Damit kann bei dem ab 2014 geplanten Betrieb der Musteranlage Wendelstein 7-X die Kernfusion einen erheblichen Beitrag zur dauerhaften grundlastfähigen Energieversorgung leisten“, erklärte Helander. Als Rohstoffe dienen Deuterium (Wasser) und Lithium (Steine). Um den jährlichen Energiebedarf einer Familie zu decken, braucht es wenige Gramm. 600 Kilogramm Kernfusionsbrennstoff können die Verbrennung von 2,1 Mio. Tonnen Steinkohle ersetzen, die in einem 400 km langen Zug angeliefert werden müsste. Forschungsziel des Greifswalder Instituts für Plasmaphysik ist eine alternative Energieerzeugung mittels Kernfusion.

Sigrun Reese lobte das Projekt der Forscher, das derzeit rund 500 Mitarbeiter beschäftigt. Jeder dritte Mitarbeiter kommt aus dem Ausland. Das IPP sehr gut mit den Firmen vor Ort vernetzt und praktiziert mit ihnen eine gute Zusammenarbeit. Um auch international technisches und wissenschaftliches Know-how nach Greifswald locken zu können, wurde an einer Greifswalder Schule eine Englischklasse gebildet. „Das IPP freut sich aber auch über jeden Studenten und Forscher, der sich aus den Reihen der ansässigen Universität rekrutiert“, so der wissenschaftliche Leiter des Fachbereiches Stellaratortheorie, Per Helander. Auch fanden die Forscher schon hoffnungsvolle Kandidaten bei IPP-Projekttagen mit Schulen. Um den zukünftigen Dauerbetrieb möglichst sicher simulieren zu können, arbeiten und forschen die Studenten an einem kleinen baugleichen Kernfusionsreaktor. Die FDP-Abgeordnete Sigrun Reese sagte nach dem Besuch: „Die bisherige Forschung und Entwicklung hat bereits mehrere Hundert Millionen Euro gekostet. Vor dem Hintergrund der zukünftigen Energieversorgung sollte an dem Projekt festgehalten werden.“

beschlossen auf dem 63. ordtl. BPT 2012

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